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Archiv der Kategorie Balance

Jeder kann Dinge positiv verändern

Wenn Sie ein Problem mit einer anderen Person haben, dann denken viele, dass sich daran nicht viel ändern lässt. Einen Menschen ändern sie nicht, das stimmt.

Ich konnte die letzten Jahre viel üben. In meiner unmittelbaren Umgebung: ein klassischer Fall von Mobbing, nach der Scheidung lagen wir uns auch nicht gerade versöhnlich gestimmt in den Armen, und auch sonst suchte ich eher die Gesellschaft von schwierigen, unnahbaren Gesellen. Das wundert mich heute nicht mehr, denn für mich wiederholt sich eine Situation in unserem Leben so lange, bis die Aufgabe, die wir unbewusst oder bewusst zu lösen versuchen, gemeistert ist.

Zwischenmenschliche Konflikte hängen mit unseren eigenen, inneren Konflikten zusammen. Sie sind oft die Folge von Versagensängsten, Minderwertigkeitsgefühlen und Blockierungen verschiedenster Art. Es ist für den Einzelnen schwierig nachzuvollziehen, was genau gerade im anderen vor sich geht, wenn derjenige sich nicht mitteilen kann oder will.  Dazu kommt die individuelle Einstellung zu Konflikten: destruktiv oder konstruktiv? Trennend oder verbindend? Feind oder Partner?

Es geht nie nur um die Sache! Es geht um Beziehungen, Bedürfnisse und Wünsche, Interessen, Gefühle und Grenzen. Wenn wir einen Konflikt lösen wollen, dann müssen wir gerade diesen Komponenten Beachtung schenken. Wie fühlt sich mein Gegenüber? Was sind seine Ängste und Ziele? Wenn wir ihn besser kennen, dann geben uns Schilderungen seiner Vergangenheit Aufschluss über Grundeinstellung und bisheriges Verhalten.

Der Wunsch, dass sich der andere verändern soll, damit sich etwas verbessert, ist zwar verständlich und auch der einfachste Ansatz, doch so leicht ist es dann auch wieder nicht. Wer aber z.B. Wutausbrüche als verdeckten Hilferuf entlarvt oder Überreaktionen als Folge von unterschwelligen Ängsten erkennt, der kann eher auf den anderen zu gehen, auch wenn ihm eigentlich mehr nach Trennung wäre.

Mit Verständnis und Einfühlungsvermögen, einer großen Portion Mut und Selbstbewusstsein verändern sich die Dinge in dem Maße positiv, wie man selbst positiv anders handelt, als gewohnt. Probieren Sie es aus und überraschen Sie damit Ihren Gegenüber!



Freu Dich auf die nächste Krise!

Warum soll ich mich auf eine Krise freuen?
Als ich das Fußballspiel: Deutschland-Ghana sah und mit welcher Überheblichkeit wir nach dem 4:0 gegen Australien davon überzeugt waren, Weltmeister zu werden, war mir klar, dass das deutsche Fußballteam es schwer haben wird, diese Leistung aufrecht zu erhalten.  Und wer weiß, welchen Verlauf das Spiel gegen England genommen hätte , wenn es zum Ausgleich gekommen wäre ..

Wenn wir uns relativ sicher fühlen und den Sieg schon innerlich abgehakt haben, dann sind wir auch nicht mehr so engagiert und motiviert bei der Sache. Schließlich müssen wir alle mit unseren Ressourcen sparsam umgehen. Die Erfolgswelle trägt eine Zeit lang, wird dann auch wieder flacher, bis zur nächsten. In der Regel warten wir darauf, dass sie auf uns überschwappt, ergreift und wie selbstverständlich weiter bringt. Doch auch die kurzen, ruhigen Phasen dazwischen haben ihren Reiz.  Dann, wenn es nichts zu lachen gibt, kommen wir wieder auf den Boden der Tatsachen.

Auf Zeiten, in denen ich mich klein, schwach und ohnmächtig fühlte, folgten meist die schönsten Momente meines bisherigen Lebens. In dieser Phase konnte ich bitten, war dankbar für jede Hilfe und es schien auch den Personen in meinem Umfeld eine aufrichtige Freude zu machen, mich zu unterstützen. Einerseits ist der Sieg ein Gewinn, doch Krisen und Niederlagen sind gewinnbringend! Wer bei Null startet, hat nach oben alles offen. Was kann er schon verlieren? Nach einer solchen Phase kam bei mir bisher immer etwas Besseres als vorher.

Wenn wir es schaffen, eine Krise als einen Teil unseres Lebens anzunehmen, dankbar dafür sind, dass wir wieder Anlass zur Reflexion haben, dann verlieren wir nur den Schrecken und können ganz relaxt auf die nächste tragende Erfolgswelle warten ..



liebe-voll

Liebe ist für mich ein zentrales Thema, denn es ist mit schönen Emotionen wie Freude und Erfüllung verbunden. Wer wirklich liebt, übermittelt die Botschaft, den anderen so zu nehmen wie er ist, seine Stärken UND Schwächen zu schätzen. Wer liebt, dem ist der andere wichtig, seine Gefühle, seine Ziele, sein Wohlergehen. Wie eine Blume, die man gießt und nährt, weil man sie blühen sehen will. Und man bekommt viel dafür zurück.

Nun gibt es aber auch Menschen, die sich selbst nicht lieben, bzw. annehmen können, wie sie sind. Sie können sich gar nicht vorstellen, dass sie liebenswert sind. Sie tun mitunter dasselbe wie andere, doch die Reaktionen sind andere. Vielleicht gießen sie zu viel oder lassen das Pflänzchen vertrocknen, vielleicht kümmert es sie aber auch nicht wirklich, was ES zum Wachsen braucht. Sie verhalten sich nach Regeln und Normen, nicht nach Herz und Verstand. Diese Menschen können auch schlecht empfangen. So viel man ihnen auch geben will, es versickert im Sand.

Es war und ist für mich wichtig zu erkennen, wann ich es mit welchen Menschen zu tun habe. Denn so schön das Lieben ist, das Geliebtwerden gehört für mich dazu.



Reset

Wer mich kennt, weiß, dass ich in regelmäßigen Abständen ein RESET mache. Ich fahre alles runter, bis auf den Nullpunkt, verweile dort eine kurze Zeit und starte dann wieder neu. Visualisiert sieht dieses Verhaltensmuster wie eine Aneinanderreihung immer größer werdender Haifischflossen aus. Wem das klassische Produktlebenzyklus-Modell bekannt ist - das ich gerne auch auf andere Bereiche übertrage - der kann sich vielleicht vorstellen, dass ich mich davor scheue mit anzusehen, wie etwas den “Bach runter geht”, wie der Volksmund so schön sagt. Ich steige lieber auf dem höchsten Punkt aus, lasse mich fallen, schöpfe neue Kraft und lege dann wieder los. Es hat  - zumindest für mich - den Vorteil, dass es nach meiner Wahrnehmung ständig bergauf geht.
In den kurzen Tiefphasen nehme ich mir Zeit für mich selbst. Frei von anderen Einflüssen, kehre ich zu mir zurück, zu dem, was MIR wichtig ist und überdenke meine Ziele und weiteren Schritte. Ich habe immer wieder die Wahl und starte mit einer aktualisierten Bewusstheit ein neues oder altes Vorhaben. Auf diese Weise werde ich sicher viel mehr Zeit für dasselbe Ziel brauchen, als jemand, der den geraden Weg geht. Ich hatte jedenfalls bisher eine Menge Spaß dabei, weniger Leistungsdruck und wer damit langfristig besser fährt, wird sich zeigen .. ;-)



Der Schmerz, der uns verbindet, ist das, was uns trennt. II

Menschen finden sich nicht ohne Grund. Ohne, dass es ihnen bewusst ist, verfolgen sie damit einen Plan oder suchen Hilfe beim anderen. Indem wir uns näher kommen, miteinander (er)leben, decken wir genau das auf, was wir am liebsten ganz weit weg vergraben hätten. Wir können es als Herausforderung für persönliches Wachstum und Heilung sehen oder einfach wegrennen und uns dieser Aufgabe entziehen.

Der Gegenüber wiederholt alte Verhaltensmuster, unter denen wir schon früher gelitten haben und wir ertappen uns dabei, wie wir genau das tun oder sagen, was wir schon immer bei einem anderen Menschen zutiefst ablehnten. Wir verfallen in Rollen unserer Eltern oder nahe stehenden Personen, die uns wichtig waren, weil wir es einfach nicht anders kennen und auch selbst davon einen Teil - sei es nun ererbt oder erlernt - in uns tragen. Ohne es bewusst zu wollen, finden wir genau den wunden Punkt des anderen, damit er endlich geheilt werden kann.

Wenn wir uns einmal diesen einen bestimmten Bereich, der uns immer wieder Schmerzen zufügt, genauer betrachten - vollkommen losgelöst von der jetzigen Situation - dann erkennen wir, wie wenig diese Verletzungen mit dem Heute zu tun haben. Heute haben wir die Chance es anders zu machen. Heute können wir selbst entscheiden, wie es weiter gehen soll. Heute schreiben wir den Roman unseres Lebens neu. Heute können wir lernen, darüber zu sprechen und Missverständnisse auszuräumen. Heute können wir leichter aufeinander zu gehen.

Es wird erst dann nicht mehr weh tun, wenn wir uns dieser Herausforderung stellen und unsere negativen Gefühle zulassen. Denn dann würde uns der Schmerz nicht mehr trennen, sondern fester denn je verbinden.



Weg oder Ziel, was ist nun besser?

Der Weg hat mit einer Zeit-Spanne zu tun, das Ziel mit einem Zeit-Punkt. Der Weg eher mit Anspannung, das Ziel mit Entspannung. Auf dem Weg zu sein, bedeutet, dass etwas in Bewegung ist, im Ziel kommt diese zum Stehen. Der Weg und das Ziel sind also Gegensätze, wobei der Weg aus Punkten besteht.

Wenn Sie ein Kind erwarten, dann sind die neun, bzw. zehn Monate bis zur Entbindung mitunter ganz schön beschwerlich. Das Ziel ist eindeutig schöner; das leibliche Kind in den Armen halten zu können. Oder stellen Sie sich vor, Sie lernen für eine Prüfung, weil Sie den Abschluss unbedingt für Ihre Karriere brauchen. Es geht Ihnen dabei weniger um die Inhalte, sondern mehr um den Titel.

Es gibt aber auch den Fall, dass einem der Weg fast mehr bedeutet, als das Ankommen. Wenn meine Erfüllung immer bloß im schnellstmöglichen Erreichen eines Zieles läge, dann würde ich viel Schönes verpassen. Denn in der Regel liebe ich das, was ich tue. Ich genieße das Auf und Ab, die Wellen, die mich mitreißen, tragen und vorantreiben. Meine Neugierde ist die Motivation dazu lernen zu wollen und der Genuss am Erleben lässt mich die Dinge in viele, kleine Einheiten aufteilen, damit ich auch ja lange genug davon habe.

Unsere Leistungsgesellschaft kennt nur den ersten Fall. Wir sind schon dermaßen von diesem Wachstums-Virus infiziert, dass wir kaum mehr im Stande sind, anzuhalten und inne zu halten. Es geht nicht mehr ums Laufen, sondern ums Ankommen, um die Anerkennung des Siegers, um Lorbeeren, Preise und Belohnung. Kein Wunder, dass wir dabei schnell ausbrennen, dass unsere Energie keinen Nachschub bekommt.

Wer nur wegen der Belohnung Strapazen in Kauf nimmt, leidet viel länger, als derjenige, der sich auch am Weg erfreut und sich immer mal wieder eine Pause gönnt.



Erst wissen Sie, was Sie NICHT wollen ..

Ich nenne es den Pendel-Prozess:
Stellen Sie sich eine Situation vor, die sie als unangenehm empfinden und gerne verändern würden. Sicher haben Sie dazu gleich Bilder im Kopf oder es kommen Ihnen bestimmte Wörter in den Sinn. Nehmen Sie nun ein Blatt Papier und zeichnen Sie eine Linie entlang der Mitte. Auf die linke Seite schreiben Sie genau diese Wörter oder/und malen diese Bilder, alles was Ihnen dazu einfällt. Adjektive und Adverbien sind dazu bestens geeignet das WIE zu beschreiben, Substantive das WAS. Das können Situationen aus dem beruflichen Alltag, aus dem partnerschaftlichen Bereich (auch mit dem geschiedenen Partner) oder im Umgang mit Ihren Kindern usw. sein. Wichtig ist, dass Sie spontan diese Seite ausfüllen. Haben Sie schon angefangen? Legen Sie, vor dem Weiterlesen, los. Es dauert nur 10 Minuten ..

Gut! Nun falten Sie diesen Teil des Blattes nach hinten. Es sollte nur noch die unbeschriftete Seite des Papiers vor Ihnen auf dem Tisch liegen. Was kommt wohl auf diese Seite? Das erscheint Ihnen sicher einleuchtend. Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Möglichkeit Dinge zu verändern, eine Fee würde Ihnen alles ermöglichen, was Sie sich wünschen. Betrachten Sie nun noch einmal, vor Ihrem inneren Auge, diese zuvor beschriebene Situation. Wie würde sie dann aussehen? Was fällt Ihnen dazu ein? Schreiben Sie es auch auf und malen Sie, wie ein kleines Kind, Bilder. Tun Sie es einfach, ohne großes “wenn” und “aber”.. Fertig?

Klappen Sie nun die umgelegte Seite wieder zurück und schauen Sie sich das Kunstwerk an. Sie haben nun bildlich vor Augen, was Sie NICHT (mehr) WOLLEN und was Sie - Ihrer Meinung nach - wollen. Trifft es zu, dass Sie auf der rechten Seite genau das Gegenteil der linken Seite stehen oder gezeichnet haben? Ja? Mich würde es nicht wundern. Vielleicht sind Sie sogar schon dabei, genau das umzusetzen und stecken schon in den Startlöchern.  Sicher werden Sie, aufgrund mangelnder Kenntnisse über die andere Seite der Medaille, erst einmal das BEKANNTE VERMEIDEN wollen und zum Gegenteil tendieren. Beispiele:

  • “Ich will nicht mehr dick sein, sondern dünn.”
  • “Ich möchte keine feste Bindung mehr, sondern frei sein.”
  • Mein Chef würdigt meine Arbeit nicht, am besten werde ich mein eigener Chef.”
  • “Ich habe immer Schulden, ich möchte auch mal reich sein.”
  • “Ich muss immer so viel arbeiten, ich möchte auch mal nur den Haushalt machen müssen und auf die Kinder aufpassen.” usw.

Sie werden schnell bemerken, dass das andere EXTREM auch nicht viel besser ist, als das, das Sie schon kennen. Es wird andere Nachteile haben, die Sie vielleicht schon erahnen, aber eben NOCH NICHT FÜHLEN können. Und genau darum geht es, um GEFÜHLE! Man kann kein Gefühl vorweg nehmen. Wissen Sie, wie sich ein Krebspatient fühlt? Können Sie sich vorstellen, wie sich Eltern um ihr Kind sorgen oder wie es ist, ein Star zu sein, wenn Sie gesund, kinderlos und “normal” sind? Sich in andere einfühlen zu können ist eine Gabe und trotzdem immer nur eine bescheidene Annäherung an die individuelle Realität.

Wir tun also meistens unbewusst nichts anderes, als uns EINPENDELN. Indem wir uns erst einmal in die konträre Situation begeben, begreifen wir sie auch vollständig. Wir erkennen die Vor- und Nachteile der neuen Verhältnisse und bewegen uns wieder zurück. Dabei werden die Pendelausschläge immer kleiner. Da muss man nicht mehr Millionär werden, sondern es reicht schon ein regelmäßiges Einkommen und ein verändertes Geld-Ausgabe-Verhalten aus. Dieser PENDEL-PROZESS läuft wie von selbst ab. So wie die Schwerkraft bewirkt, dass das Pendel irgendwann stehen bleibt, so finden wir auch - irgendwann - unsere Balance. Nur wer seine Grenzen kennt, kann die Mitte finden.

Im Leben können Sie bestimmen, wie lange Sie auf der anderen Seite verweilen wollen. Das Pendel kann das nicht. Dabei könnte es vielleicht schon reichen, mal kurz in den gewünschten Zustand hineinzuschnuppern. Wenn wir z.B. krank werden, erinnern wir uns daran, dass wir doch nicht so unabhängig sind, wie wir dachten, fühlen uns hilflos und allein. Ein Praktikum in einem anderen Betrieb kann den Wunsch nach einem anderen Beruf schnell verblassen lassen. Auch der ROLLENTAUSCH ist ein probates Mittel, die andere Seite zu ERLEBEN. Vieles relativiert sich mit der Zeit und nicht immer sollte man eingreifen. Jeder Eingriff von außen ist auch eine Störung des Systems. Fragen Sie Eltern ..

Ein Coach kann Ihnen diese Erfahrungen auch nicht vorweg nehmen. Er kann Ihnen aber dabei helfen, das Pendel in Schwung zu bekommen.



Alte Muster

Nicht nur in der Mode kommen alte Muster immer wieder zurück. Wenn wir etwas langfristig verändern wollen, dann gelingt uns das nur, wenn wir diese Veränderung auch wirklich wollen, wenn sie uns einen erkennbaren Nutzen bringt und/oder Spaß macht, ansonsten kehren wir nach einer Weile wieder zu unseren alten Verhaltensmustern zurück. Das ist mit Essgewohnheiten ebenso, wie mit anderen kleinen Schwächen, die uns Probleme machen. Ob uns etwas sinnvoll erscheint, beurteilen wir allerdings wiederum mit den uns bekannten, erlernten Mitteln und da wir auch so denken, wie wir immer dachten, kann sich nicht viel bewegen.

Ich habe mir z.B. vorgenommen, in Zukunft wieder mehr Sport zu treiben. Ich möchte es eigentlich nicht wirklich, aber es erscheint mir für meine Gesundheit und mein äußeres Erscheinungsbild wichtig. Dieses Wissen wiederum habe ich aus Büchern, Zeitschriften, den Medien und meiner Umwelt. In unserer Familie wurde so etwas kaum gelebt. Mein Vater war zwar seit ich denken kann Mitglied in einem Kegelclub, aber dabei war der sportliche Aspekt wohl eher nebensächlich. Meine Eltern sind für ihr Alter - Mutti wird heute 80 Jahre alt - sehr rüstig und gesund. Ihr Körpergewicht entspricht sicherlich dem bundesdeutschen Durchschnitt für Personen ihres Alters. Man kann also auch ohne Fitness- und Lauftreffs alt werden. Allerdings haben sie ihr ganzes, bisheriges Leben viel gearbeitet und waren schon dadurch ständig in Bewegung. Es liegt wohl eher an der Art der zu verrichtenden Arbeit, dass wir uns heute zusätzlich körperlich belasten müssen.

Wir treiben Sport, weil wir fit und gesund aussehen wollen und darüber auch erfolgreich nach außen wirken. Manche Menschen lieben Prestige-Sportarten, weil sie sich damit zu einer bestimmten Gruppe zugehörig fühlen oder nehmen wir die Extremler, die permanent ihre Grenzen ausloten müssen. Das alles hat nicht viel mit dem zu tun, was uns unser Arzt des Vertrauens raten würde. Aus gesundheitlicher Sicht braucht keiner von uns ein Abo in einem Fitnessclub.

Ich werde umdenken müssen, denn was mich damals u.a. motivierte, mich zweimal die Woche, eine Stunde am Stück zu quälen, ist heute nicht mehr von Bedeutung für mein Leben. Mit jedem Hanteldrücken hatte ich das Gefühl nicht nur physisch, sondern auch psychisch stärker zu werden. Heute fühle ich mich mental stark und die wenigen Grämmchen zu viel auf meinen Hüften, lassen meinen Body Mass Index immer noch im gesunden Bereich bleiben. Muskeln brauche ich nicht mehr zum Zeigen, sondern weil ich damit meinen Körper stütze. Woran ich mich aber gerne erinnere ist, dass es mir damals Spaß machte, in einer Gruppe, mit Musik, gemeinsam mit anderen, meinen Körper zu fordern. Schauen wir mal, ob dieses Motiv stark genug ist, mich heute vom Bildschirm weg zu locken .. ;-)



Keine Last mit der Last

Die Natur schenkte mir ein Hohlkreuz und Skoliose. Meine Schlafunterlage ist sicher nicht gerade die Empfehlenswerteste. Seit ich selbstständig und alleinerziehend bin, hat sich mein Arbeitspensum gegenüber früher verdoppelt. Existenzsicherung und die Fülle an Aufgaben, der selbstgemachte Druck, könnten für manch einen ein Kreuz fürs Kreuz sein. Ohne Stütze wäre diese Last wohl eher schwer zu tragen. Meinem Rücken geht es gut, weil ich - nicht nur ihn - stärke!

Warten Sie nicht ab, bis die Last Sie unbeweglich werden lässt, sondern beugen Sie vor! Wenn Sie nicht alles auf einmal schleppen, sondern verteilen, ist der erste Schritt bereits gemacht. Eine aufrechte Haltung und Muskeln, die Ihr Skelett stützen sind ebenso wichtig, wie die richtige (Ein)stellung. Körper und Geist gehören zusammen. Was Sie (er)tragen wollen, bestimmen SIE, niemand sonst.

Es gibt nicht nur Turnübungen, die Ihren Rücken stärken, Massagen und gute Matratzen. Vergessen Sie alles, was Sie bisher über die Last mit der Last erfahren haben. Was für andere schwer ist, kann für Sie leicht sein. Wenn Sie beginnen darüber anders zu denken, wird es sich bald auch anders anfühlen. Heben Sie mit Leichtigkeit, indem Sie in die Knie gehen, wechseln Sie öfter die Position und gönnen Sie sich einen Ausgleich zur Anspannung.



Ich bräuchte eigentlich nur einen Koffer voll ..

Früher habe ich gerne gesammelt, nicht exzessiv, aber die Grundtendenz war die, Dinge um mich herum behalten zu wollen, egal, ob ich sie noch brauchte oder nicht. Wenn man ALLES behalten will, dann kann man sich meist schlecht von etwas trennen. Das verwundert mich heute auch nicht weiter, weil ich schon als Kind, Trennungen als sehr schmerzlich erfahren habe. Ehe ICH mich von meinem Mann trennen würde, würde die Mosel bergauf fließen.

Auf der anderen Seite brachte man mir bei, dass man unangenehme Dinge vergessen kann. “Die Zeit heilt alle Wunden!”, war so ein Satz, den ich oft zu hören bekam. Klar beschloss ich, mich im “schnell Vergessen” zu üben. Das Problem war nur, dass ich viel später erst bemerkte, dass ich gar nicht trennen konnte, zwischen dem, was ich eigentlich doch behalten wollte und dem, was ich tatsächlich lieber schnell vergessen hätte.

Irgendwann, als sich etwas Schlimmes ereignete, fing ich an, darüber nachzudenken. Ich nahm mir die Zeit herauszubekommen, warum manche Dinge in meinem Leben scheinbar falsch liefen. Ich schreibe ganz bewusst “scheinbar”, denn das entsprach nicht MEINER Wahrnehmung, es war die, anderer, nahe stehender Personen. Und das, was scheinbar gut lief, machte mich unglücklich.

Ich habe diese Zeit genutzt, mich informiert und weitergebildet, weil ich, in erster Linie, mir selbst helfen wollte. Ich habe mir damals dabei auch von anderen ENTFERNTEREN Menschen helfen lassen und alles genutzt, was sich anbot, um meine Situation zu verbessern. Ich suchte - ganz unbewusst - nach Ressourcen, diesem Dilemma zu entkommen, denn ich fühlte mich nicht wohl damit.

Ich wollte mich trennen können, wenn ich es möchte und nur die Dinge um mich herum behalten, die ich auch WIRKLICH will! Nun, ich habe es gelernt und bin damit sehr zufrieden. Ich gehe schon länger MEINEN Weg und fahre gut damit. Ich bin nicht mehr ganz so vergesslich wie früher, ich achte bei jeder Information, ob sie mir nützlich sein könnte und BEWAHRE sie dann gut auf - in meinem Gehirn, nicht in der Schublade!

Mit den Trennungen habe ich es allerdings immer noch nicht so. Wenn mir einmal ein Mensch sehr nahe gekommen ist, weil ich es ja auch so wollte, dann trifft es mich immer noch hart, wenn er einfach geht und nicht mehr kommt. Schließlich war man ihm aus ganz bestimmten Gründen einmal sehr nahe gekommen. Andererseits mache ich mir manchmal gerne vor, ich könnte ganz ohne.

Auch das habe ich in den Griff bekommen, weil ich auch dort, auf der Suche nach einem Gleichgewicht war und immer wieder bin. Nun sind aber diese Menschen mitunter ähnlich gestrickt, wie ich - was mich auch nicht mehr wundert - und das führt dann schon manchmal zu Schwankungen.

Mein Leben ist ruhiger geworden, ein gemächlich vor sich hin schippernder Kutter. Sicherlich ist es auch das Alter und die Erfahrung, die mein Temperament gebremst haben. Die meisten Personen aus meinem Bekanntenkreis sind darüber eher glücklich, ich dagegen, würde gerne immer wieder einmal meinen Koffer nehmen - in den alles hinein passt, was ich brauche - und einfach hinaus segeln.

Ich tue das auch ab und zu und kenne doch meinen Heimathafen, an den ich immer wieder gerne zurück finde. Ich tue es nun BEWUSST und weil ICH es wirklich WILL! DAS ist es, was MICH GLÜCKLICH MACHT!