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Juli 2010
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Archiv der Kategorie Veränderung

Jeder kann Dinge positiv verändern

Wenn Sie ein Problem mit einer anderen Person haben, dann denken viele, dass sich daran nicht viel ändern lässt. Einen Menschen ändern sie nicht, das stimmt.

Ich konnte die letzten Jahre viel üben. In meiner unmittelbaren Umgebung: ein klassischer Fall von Mobbing, nach der Scheidung lagen wir uns auch nicht gerade versöhnlich gestimmt in den Armen, und auch sonst suchte ich eher die Gesellschaft von schwierigen, unnahbaren Gesellen. Das wundert mich heute nicht mehr, denn für mich wiederholt sich eine Situation in unserem Leben so lange, bis die Aufgabe, die wir unbewusst oder bewusst zu lösen versuchen, gemeistert ist.

Zwischenmenschliche Konflikte hängen mit unseren eigenen, inneren Konflikten zusammen. Sie sind oft die Folge von Versagensängsten, Minderwertigkeitsgefühlen und Blockierungen verschiedenster Art. Es ist für den Einzelnen schwierig nachzuvollziehen, was genau gerade im anderen vor sich geht, wenn derjenige sich nicht mitteilen kann oder will.  Dazu kommt die individuelle Einstellung zu Konflikten: destruktiv oder konstruktiv? Trennend oder verbindend? Feind oder Partner?

Es geht nie nur um die Sache! Es geht um Beziehungen, Bedürfnisse und Wünsche, Interessen, Gefühle und Grenzen. Wenn wir einen Konflikt lösen wollen, dann müssen wir gerade diesen Komponenten Beachtung schenken. Wie fühlt sich mein Gegenüber? Was sind seine Ängste und Ziele? Wenn wir ihn besser kennen, dann geben uns Schilderungen seiner Vergangenheit Aufschluss über Grundeinstellung und bisheriges Verhalten.

Der Wunsch, dass sich der andere verändern soll, damit sich etwas verbessert, ist zwar verständlich und auch der einfachste Ansatz, doch so leicht ist es dann auch wieder nicht. Wer aber z.B. Wutausbrüche als verdeckten Hilferuf entlarvt oder Überreaktionen als Folge von unterschwelligen Ängsten erkennt, der kann eher auf den anderen zu gehen, auch wenn ihm eigentlich mehr nach Trennung wäre.

Mit Verständnis und Einfühlungsvermögen, einer großen Portion Mut und Selbstbewusstsein verändern sich die Dinge in dem Maße positiv, wie man selbst positiv anders handelt, als gewohnt. Probieren Sie es aus und überraschen Sie damit Ihren Gegenüber!



Jetzt bin ich: ICH!

Vor knapp zehn Jahren begab ich mich auf eine Reise zu mir selbst. Jedenfalls hatte ich damals das Gefühl, dass da noch viel mehr in mir steckt, als ich zu dieser Zeit auslebte. Da war so viel, was einfach an die Oberfläche wollte. Doch jedes Mal, wenn ich gerade den Kopf über Wasser reckte, drückte mich jemand wieder nach unten und ich wehrte mich auch nicht dagegen. Ich war es gewohnt, einzustecken. Bei zwei dominanten Elternteilen und einem sechs Jahre älteren Bruder, ist es verdammt schwer sich durchzusetzen. Das Gefühl, MAL etwas besser zu können oder zu wissen als sie, war ein starkes Motiv, mich zu verändern. Und das war es nicht alleine.

Wer in einer Art Dauerkonflikt groß wird, strebt nach Ruhe und Frieden. Doch auch die scheinheilige Form von Harmonie ist nicht der Schlüssel zum Glück. Ein Streit ist Auseinandersetzung und wenn er mit Respekt gegenüber dem anderen gelebt wird, dann kann er einen großen Schritt weiter bringen. Wissen und Erleben sind  jedoch genauso Zweierlei, wie Theorie und Praxis. Wohlfühlen kommt nicht von ungefähr, man kann etwas dafür tun, wenn man weiß, was einem gut tut, wenn man sich dafür entscheidet und nichts anderes mehr zulässt.

Ich habe mir oft gewünscht, unter anderen Bedingungen groß geworden zu sein: in einer Bilderbuchfamilie, wie man sie aus Zeitschriften kennt, unter positiven Menschen, die dich achten und fördern. Nun, davon gab es Gott sei Dank auch einige. Meine Kindheitserfahrungen haben mich geprägt. Eine Prägung, die nicht von mir kommt, sondern von außen und ich wollte diesen Stempel nicht. Doch man kann nicht einfach die Uhr zurückdrehen, man weiß ja nicht, wie es gewesen wäre, wenn. Es sollte wohl alles so sein.

Was bin ich heute froh, dass ich mich damals auf diese Reise begeben habe. Heute ist der Wunsch nicht mehr so groß, groß zu sein, doch genau DAS macht mich so glücklich: dass ich es gar nicht (mehr) sein muss!



Der ideale Mann - eine Reise zu mir selbst

Ich habe mir lange Zeit Gedanken darüber gemacht, wie mein Traummann sein sollte. Normalerweise hört man solche Eigenschaften, wie: groß, vermögend, gutaussehend, intelligent, ehrlich, lustig, sportlich, treu. Ähnliches habe ich mir anfangs auch gewünscht. Einige Beziehungen später bemerkte ich dann, dass ich eigentlich immer genau das bekommen hatte, was auf meiner Wunschliste stand. Allerdings hatte ich wohl vergessen, dass es da unendlich viele Kombinationen von guten und schlechten Eigenschaften gibt und es war fast unmöglich, an alles zu denken, was mir wichtig ist. Außerdem veränderten sich auch noch meine Prioritäten im Zeitablauf.

Vom gutaussehenden Macho bis zum einfühlsamen Softie, keiner passte bisher so wirklich zu mir, doch es war überaus lehrreich für mich, ihre Bekanntschaft gemacht zu haben und ich war jedes Mal verliebt und voller Hoffnung. Und ich glaube jetzt, dass es mir genau darum geht: Ich will lernen, leben, lieben. Das habe ich mit meinen Männern. Ich erkannte in ihnen jene Potentiale, die auch in mir stecken und indem ich sie bei ihnen entdeckte und zum Leben erweckte, wurden sie auch mir bewusst. Insofern sehe ich es sogar als außerordentlich wichtig an, mit genau diesen Menschen einen Teil meines Lebens verbracht zu haben. Sie haben mein Leben bereichert, wie ich ihres und das ist für mich ein Grund zur Freude.

Vor meiner letzten Erfahrung mit einem potentiellen Partner fürs Leben, hatte ich die Einsicht, dass es nicht um Eigenschaften oder Aussehen alleine gehen könne. Mein Ziel war und ist es, mich mit einem Menschen wohl zu fühlen. Ob es mir nun gut tut in seinen Armen zu liegen, mit ihm zu erleben oder uns beide wachsen zu sehen. Und auch das war so. Es ist dabei fast unerheblich wie diese Person aussieht, ob sie blond, braun, groß, klein, dick, dünn, arm oder reich ist. Wenn ich heute einen Wunsch ans Universum sende, dann diesen: Ich wünsche mir einen Mann, der zu mir passt!



Wandel

Ich plane immer noch langfristig, habe Visionen, von denen ich noch Meilen entfernt bin, doch ich habe auch erfahren, dass sich die Bedingungen ändern können und damit manchmal eben auch die Ziele.

Früher, als die Kinder noch klein waren, hätte ich mir einen Partner gewünscht, der uns Drei wieder zu einer Art Ersatzfamilie komplettiert, dabei sind wir eigentlich die ganze Zeit eine Familie gewesen. Sie haben einen Vater und verbringen auch viel Zeit mit ihm, allerdings selten wir Vier zusammen. Was ich anfangs als Lücke empfand, war eigentlich nicht wirklich eine. So sehr der Vater und ich uns auch manchmal stritten, wenn wir uns ernsthaft brauchten, waren wir füreinander da. Aus meiner Sicht hat sich die Qualität unserer Beziehung sogar verbessert, auch wenn das nichts an der Tatsache ändert, dass wir kein Paar mehr sind und werden. Heute sind die Kids aus dem Gröbsten raus und daher ist auch mein Wunsch nicht mehr so groß, etwas zu wiederholen, was wir alle früher miteinander hatten: eine Bilderbuch-Familie. Denn genau das wollte ich damals nicht mehr: etwas leben, was ich nicht bin, eine Rolle spielen.

Lange Zeit suchte ich nach einem Beruf, der mich glücklich machen würde. Dabei machte ich anfangs den Fehler, zu sehr auf andere zu hören, mit Klischees im Kopf und einer Menge Vorurteilen konfrontiert, konnte das nichts werden. Die anderen sprachen immer über sich selbst, über ihre verpassten Chancen, über das, was Sie nicht geschafft hatten, wenn sie mir von etwas abrieten. Sie gaben vor mich schützen zu wollen, doch wie konnten sie das Beste für mich wollen, wenn sie meine Träume nicht respektierten? Erst als ich mich von ihren Ängsten lösen konnte - die zu den meinen geworden waren - wurde ich mutig, mein Ding zu machen. Heute renne ich nicht mehr dieser angeblichen Sicherheit hinterher, weil ich mir sicher bin, dass das was ich tue für mich richtig und andere gut ist. Das ist ein tolles Gefühl.

Vor einigen Tagen lernte ich meine neue Nachbarin kennen, sie scheint sehr nett zu sein. Früher hätte ich mir gewünscht, es gäbe jemanden wie sie, der vielleicht mal einen Abend auf die Kinder aufpasst ..



Was Sprache spricht

‘”Nominalisierungen”, “Modaloperatoren der Möglichkeit”, “Kausalitäten”, sind Begriffe aus der Welt der Sprache, doch wer weiß schon so genau, was sie bedeuten?

Nominalisierung” beschreibt die Bildung von Substantiven aus anderen Wortarten. Wikipedia meint dazu: “… Durch die Möglichkeit der Substantivierung wird die Darstellung und Aufnahme von Sachverhalten beeinflusst. … Substantivierung dient unter anderem dazu, ein Wort objektiver erscheinen zu lassen, so dass es unabhängig von einer konkreten handelnden Person erscheint.”
Nomen, wie “Wachstum” und “Erfolg” lassen Raum für eigene Interpretationen von Prozessen, die damit verbunden sein könnten, sie aber nicht wirklich beschreiben. Wir lesen sie auf Werbeplakaten und Politiker benutzen sie gerne in ihren Reden. Sie gehören - genauso wie Bewertungen - zu den “Tilgungen“, weil wesentliche Informationen fehlen (”Wer sagt das?”) oder unkonkret sind (”Was ist die genaue Bedeutung?”).

Auch die so genannten: “Modaloperatoren der Möglichkeit und der Notwendigkeit” lassen uns glauben, es sei irgendetwas generell so. Neben der “Verallgemeinerung” (”Ohne Fleiß keinen Preis”), schwingt entweder ein: “Ich könnte..” oder “Ich müsste..” mit. Von meinen Schülern kenne ich z.B. die Aussagen: “Ich bin dumm, ich lerne das nie!” oder “Ich muss mehr lernen, sonst bleibe ich sitzen.” nur zu gut. Diese Sätze werden selten hinterfragt.

Kausalitäten” stellen falsche Verknüpfungen zwischen Ursache und Wirkung her. Wenn Ihnen jemand sagt, dass SIE ihn wütend machen, dann liegt das nicht an Ihrer Person, sondern daran, dass Sie etwas beim anderen auslösen. Das wiederum ist auf eine Erfahrung des Senders der Botschaft zurückzuführen und könnte mit: “Womit bewirke ich das?” erfragt werden.

Was Milton Erickson - einer der innovativsten Psychotherapeuten seiner Zeit - erkannte, wird auch heute nicht nur in der Werbung umgesetzt. Man kann diese Kenntnisse dazu nutzen, sie bei anderen zu entlarven, zu entwirren und in Frage zu stellen. Wenn man Sprachmuster erkennt und sie anders benutzt, verändert sich dadurch auch die Reaktionsweise unserer Umwelt. In unserem Gehirn werden - bei konsequenter Anwendung - neuronale Ensembles umstrukturiert und auch wir verändern uns.



Vollkommen - langweilig

Früher dachte ich, alles müsse perfekt sein, irgendwie vollkommen. Heute finde ich Vollkommenheit langweilig. Es liegt wohl auch an der Gelassenheit des Alters, dass man als Mitt-Vierzigerin nicht mehr nach dem Nonplusultra strebt, ganz im Gegenteil! Ich mag, wenn die Dinge unvollkommen sind, denn dann kann sich immer noch etwas verändern. Man muss sich auch nicht mehr beweisen, dass man etwas erreichen kann, man weiß es und auch wie, wenn es einem wichtig ist.

Vielleicht ist es auch die Versöhnung mit dem Altern, dass man die Unvollkommenheit lieben lernt. Wenn die Haut schon nicht mehr so gespannt ist wie früher, sondern langsam anfängt zu knittern, dann erklärt man eben den Knitter-Look als etwas ganz Besonderes.  Dieses “Umdeuten” ist ein probates Mittel, auf eine veränderte Situation zu reagieren, damit man sich wohler fühlt.

Auch die Medien haben diesen Trend schon lange erkannt und zeigen uns nicht mehr nur die vollkommenen Schönheiten, sondern Menschen wie  Du und ich. So ein Modell gleiches Wesen ist zwar schön anzusehen, aber wer will schon wirklich damit leben? Was soll man da entdecken können? Und wir wissen heute doch auch alle, wie Schönheiten zu solchen gemacht werden.

Ecken und Kanten, kleine Fehler, machen uns zu unverwechselbaren Individuen! 




Erst wissen Sie, was Sie NICHT wollen ..

Ich nenne es den Pendel-Prozess:
Stellen Sie sich eine Situation vor, die sie als unangenehm empfinden und gerne verändern würden. Sicher haben Sie dazu gleich Bilder im Kopf oder es kommen Ihnen bestimmte Wörter in den Sinn. Nehmen Sie nun ein Blatt Papier und zeichnen Sie eine Linie entlang der Mitte. Auf die linke Seite schreiben Sie genau diese Wörter oder/und malen diese Bilder, alles was Ihnen dazu einfällt. Adjektive und Adverbien sind dazu bestens geeignet das WIE zu beschreiben, Substantive das WAS. Das können Situationen aus dem beruflichen Alltag, aus dem partnerschaftlichen Bereich (auch mit dem geschiedenen Partner) oder im Umgang mit Ihren Kindern usw. sein. Wichtig ist, dass Sie spontan diese Seite ausfüllen. Haben Sie schon angefangen? Legen Sie, vor dem Weiterlesen, los. Es dauert nur 10 Minuten ..

Gut! Nun falten Sie diesen Teil des Blattes nach hinten. Es sollte nur noch die unbeschriftete Seite des Papiers vor Ihnen auf dem Tisch liegen. Was kommt wohl auf diese Seite? Das erscheint Ihnen sicher einleuchtend. Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Möglichkeit Dinge zu verändern, eine Fee würde Ihnen alles ermöglichen, was Sie sich wünschen. Betrachten Sie nun noch einmal, vor Ihrem inneren Auge, diese zuvor beschriebene Situation. Wie würde sie dann aussehen? Was fällt Ihnen dazu ein? Schreiben Sie es auch auf und malen Sie, wie ein kleines Kind, Bilder. Tun Sie es einfach, ohne großes “wenn” und “aber”.. Fertig?

Klappen Sie nun die umgelegte Seite wieder zurück und schauen Sie sich das Kunstwerk an. Sie haben nun bildlich vor Augen, was Sie NICHT (mehr) WOLLEN und was Sie - Ihrer Meinung nach - wollen. Trifft es zu, dass Sie auf der rechten Seite genau das Gegenteil der linken Seite stehen oder gezeichnet haben? Ja? Mich würde es nicht wundern. Vielleicht sind Sie sogar schon dabei, genau das umzusetzen und stecken schon in den Startlöchern.  Sicher werden Sie, aufgrund mangelnder Kenntnisse über die andere Seite der Medaille, erst einmal das BEKANNTE VERMEIDEN wollen und zum Gegenteil tendieren. Beispiele:

  • “Ich will nicht mehr dick sein, sondern dünn.”
  • “Ich möchte keine feste Bindung mehr, sondern frei sein.”
  • Mein Chef würdigt meine Arbeit nicht, am besten werde ich mein eigener Chef.”
  • “Ich habe immer Schulden, ich möchte auch mal reich sein.”
  • “Ich muss immer so viel arbeiten, ich möchte auch mal nur den Haushalt machen müssen und auf die Kinder aufpassen.” usw.

Sie werden schnell bemerken, dass das andere EXTREM auch nicht viel besser ist, als das, das Sie schon kennen. Es wird andere Nachteile haben, die Sie vielleicht schon erahnen, aber eben NOCH NICHT FÜHLEN können. Und genau darum geht es, um GEFÜHLE! Man kann kein Gefühl vorweg nehmen. Wissen Sie, wie sich ein Krebspatient fühlt? Können Sie sich vorstellen, wie sich Eltern um ihr Kind sorgen oder wie es ist, ein Star zu sein, wenn Sie gesund, kinderlos und “normal” sind? Sich in andere einfühlen zu können ist eine Gabe und trotzdem immer nur eine bescheidene Annäherung an die individuelle Realität.

Wir tun also meistens unbewusst nichts anderes, als uns EINPENDELN. Indem wir uns erst einmal in die konträre Situation begeben, begreifen wir sie auch vollständig. Wir erkennen die Vor- und Nachteile der neuen Verhältnisse und bewegen uns wieder zurück. Dabei werden die Pendelausschläge immer kleiner. Da muss man nicht mehr Millionär werden, sondern es reicht schon ein regelmäßiges Einkommen und ein verändertes Geld-Ausgabe-Verhalten aus. Dieser PENDEL-PROZESS läuft wie von selbst ab. So wie die Schwerkraft bewirkt, dass das Pendel irgendwann stehen bleibt, so finden wir auch - irgendwann - unsere Balance. Nur wer seine Grenzen kennt, kann die Mitte finden.

Im Leben können Sie bestimmen, wie lange Sie auf der anderen Seite verweilen wollen. Das Pendel kann das nicht. Dabei könnte es vielleicht schon reichen, mal kurz in den gewünschten Zustand hineinzuschnuppern. Wenn wir z.B. krank werden, erinnern wir uns daran, dass wir doch nicht so unabhängig sind, wie wir dachten, fühlen uns hilflos und allein. Ein Praktikum in einem anderen Betrieb kann den Wunsch nach einem anderen Beruf schnell verblassen lassen. Auch der ROLLENTAUSCH ist ein probates Mittel, die andere Seite zu ERLEBEN. Vieles relativiert sich mit der Zeit und nicht immer sollte man eingreifen. Jeder Eingriff von außen ist auch eine Störung des Systems. Fragen Sie Eltern ..

Ein Coach kann Ihnen diese Erfahrungen auch nicht vorweg nehmen. Er kann Ihnen aber dabei helfen, das Pendel in Schwung zu bekommen.



Alte Muster

Nicht nur in der Mode kommen alte Muster immer wieder zurück. Wenn wir etwas langfristig verändern wollen, dann gelingt uns das nur, wenn wir diese Veränderung auch wirklich wollen, wenn sie uns einen erkennbaren Nutzen bringt und/oder Spaß macht, ansonsten kehren wir nach einer Weile wieder zu unseren alten Verhaltensmustern zurück. Das ist mit Essgewohnheiten ebenso, wie mit anderen kleinen Schwächen, die uns Probleme machen. Ob uns etwas sinnvoll erscheint, beurteilen wir allerdings wiederum mit den uns bekannten, erlernten Mitteln und da wir auch so denken, wie wir immer dachten, kann sich nicht viel bewegen.

Ich habe mir z.B. vorgenommen, in Zukunft wieder mehr Sport zu treiben. Ich möchte es eigentlich nicht wirklich, aber es erscheint mir für meine Gesundheit und mein äußeres Erscheinungsbild wichtig. Dieses Wissen wiederum habe ich aus Büchern, Zeitschriften, den Medien und meiner Umwelt. In unserer Familie wurde so etwas kaum gelebt. Mein Vater war zwar seit ich denken kann Mitglied in einem Kegelclub, aber dabei war der sportliche Aspekt wohl eher nebensächlich. Meine Eltern sind für ihr Alter - Mutti wird heute 80 Jahre alt - sehr rüstig und gesund. Ihr Körpergewicht entspricht sicherlich dem bundesdeutschen Durchschnitt für Personen ihres Alters. Man kann also auch ohne Fitness- und Lauftreffs alt werden. Allerdings haben sie ihr ganzes, bisheriges Leben viel gearbeitet und waren schon dadurch ständig in Bewegung. Es liegt wohl eher an der Art der zu verrichtenden Arbeit, dass wir uns heute zusätzlich körperlich belasten müssen.

Wir treiben Sport, weil wir fit und gesund aussehen wollen und darüber auch erfolgreich nach außen wirken. Manche Menschen lieben Prestige-Sportarten, weil sie sich damit zu einer bestimmten Gruppe zugehörig fühlen oder nehmen wir die Extremler, die permanent ihre Grenzen ausloten müssen. Das alles hat nicht viel mit dem zu tun, was uns unser Arzt des Vertrauens raten würde. Aus gesundheitlicher Sicht braucht keiner von uns ein Abo in einem Fitnessclub.

Ich werde umdenken müssen, denn was mich damals u.a. motivierte, mich zweimal die Woche, eine Stunde am Stück zu quälen, ist heute nicht mehr von Bedeutung für mein Leben. Mit jedem Hanteldrücken hatte ich das Gefühl nicht nur physisch, sondern auch psychisch stärker zu werden. Heute fühle ich mich mental stark und die wenigen Grämmchen zu viel auf meinen Hüften, lassen meinen Body Mass Index immer noch im gesunden Bereich bleiben. Muskeln brauche ich nicht mehr zum Zeigen, sondern weil ich damit meinen Körper stütze. Woran ich mich aber gerne erinnere ist, dass es mir damals Spaß machte, in einer Gruppe, mit Musik, gemeinsam mit anderen, meinen Körper zu fordern. Schauen wir mal, ob dieses Motiv stark genug ist, mich heute vom Bildschirm weg zu locken .. ;-)



Liebe verändert alles

Wenn wir lieben, dann fühlt sich die Welt richtig an. So stelle ich mir das Paradies vor. Liebe verbreitet ein Gefühl von Frieden und Ruhe, von Harmonie und Glück. Das bedeutet nicht, dass wir deshalb immer einer Meinung sein müssen und uns über gar nichts und niemanden ärgern. Wenn wir lieben, gehen wir zwar manchmal auseinander, doch auch immer wieder aufeinander zu. Die gemeinsamen Erlebnisse verbinden. Die wunderbaren Stunden, die man mit einem geliebten Menschen verbringt, sind der Mörtel zwischen hartem Gestein. Je mehr wir davon gesammelt haben, desto mehr hält das Gefüge, auch wenn ein Sturm heftigst dagegen bläst. Wenn wir uns daran erinnern, wie wir zusammen gelacht, geweint und so manche Hürde genommen haben, dann ist das wichtiger, als alles, was uns je trennen könnte. Wer mit Liebe baut, baut auf!



Ich habe die Turnschuhe immer an

Spätestens seit der “Mäusestrategie” wissen wir, dass wir Veränderungen aktiv begegnen können, indem wir nicht darüber jammern, dass es nicht mehr so schön wie früher ist,  sondern uns auf den Weg machen, wenn der “Käse” nicht mehr schmeckt oder nicht mehr vorhanden. Wer sich erst einmal darin geübt hat, selbstbestimmt und -bewusst zu leben, wer beweglich genug geblieben ist und es sich zum Ziel gemacht hat, seinen ‘Käse” zu finden, der kann sich kein anderes Leben mehr vorstellen. Nichts ist so beständig wie die Veränderung. Nur Kleinkinder verschließen die Augen und glauben nicht gesehen zu werden, wenn sie nichts sehen.

Manchen mag es verwundern, dass ich so schnell umschwenke, wenn mir etwas nicht (mehr) gefällt. Manchen Menschen macht es Angst, weil sie Sicherheit in der Beständigkeit suchen. Sicherheit ist ein Konstrukt unserer Fantasie. Nichts auf dieser Welt ist wirklich sicher, außer dass wir einmal sterben. Den Halt, den wir suchen, können wir nur in uns selbst finden. Und so ziehe ich immer wieder weiter, durch dunkle und helle Gassen. Mal scheint die Sonne, mal nicht. Doch wenn es mir irgendwo gefällt, lasse ich mich nieder und genieße den Augenblick. So kann es durchaus sein, dass ich längere Zeit an einem bestimmten Ort, mit einem bestimmten Menschen, bleibe. Ich würde mich wieder auf den Weg machen, wenn es nichts mehr gibt, was mir wichtig ist.