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Archiv der Kategorie Ressourcen

Spiel ohne Grenzen?

Seit jeher wollen sich Menschen entwickeln, ihre Grenzen kennen-, aber auch überschreiten lernen. Grenzen überwinden und damit das Ausmaß ihrer eigenen Fähigkeiten / Möglichkeiten erfahren, macht mutig und stark. Vielleicht hätten Sie sich noch vor einigen Jahren nicht zugetraut, einen Marathon mitzulaufen oder eine eigene Firma zu gründen, Verantwortung für eine Familie zu übernehmen etc. Was auch immer sie heute mit Leichtigkeit tun, das Ihnen früher unmöglich schien, es ist eine Erweiterung Ihres Spielraums, Ihres Selbst.

Diese Ausdehnung erfordert also Raum. So vielfältig unser Repertoire an Möglichkeiten ist und je mehr wir uns verzweigen und auch die kleinste Fläche noch ausfüllen und verdichten, wachsen wir. Jeder Einzelne von uns beansprucht diesen Raum für sich. Und dabei werden es immer mehr Menschen. Ich frage mich manchmal, ob uns das wirklich gut tut? Oder anders ausgedrückt:  Müssen wir wirklich jedes Potential nutzen? Aus allem etwas machen? Wohin soll es führen, wenn jeder immer mehr Raum für sich beansprucht? Ist denn genug Platz für alle da? Unsere Erde gibt uns natürliche Grenzen vor, doch wir konsumieren jetzt schon mehr, als wir zurückgewinnen können.

Wenn Sie etwas können, müssen Sie das noch lange nicht tun. Sie haben dann aber eine Wahl und das ist ein schönes Gefühl. Vielleicht hatten Sie einmal das Ziel, reich an materiellen Dingen zu sein. Wenn Sie sie haben, dann nimmt der Wert für sie ab, eben weil Sie sich nun alles Erdenkliche leisten können. Die seltenen Dinge haben einen hohen Preis, nicht weil sie so toll sind, sondern weil es einfach nicht genug für alle davon gibt. Wenn Sie ein Talent haben, das Sie von vielen anderen unterscheidet, dann macht Sie das zu jemand Besonderem, es geht dabei gar nicht so sehr darum, ob das, was Sie können, gebraucht wird oder für die Gesellschaft nützlich ist.

Wie viele Stars wollen wir noch erschaffen? Wie viele Preise verleihen? Wie viele Kämpfe gewinnen, wenn es bald nichts mehr gibt, für das es sich zu gewinnen lohnt? Sollten wir uns nicht besser im Zurücknehmen üben? Im Zufriedensein, mit dem, was unsere kleine Welt uns gibt? Die meisten Märkte sind gesättigt, Bedürfnisse werden künstlich geschaffen oder forciert, wir jammern auf hohem Niveau. Wachstum ohne Grenzen? Bis wir alle Chefs sind, jeder sein eigenes Auto fährt und in Garagen parkt, die für andere ein Dach über dem Kopf wären, nirgendwo mehr ein Baum steht? Selbstverwirklichung um jeden Preis? Ist das, das höchste Ziel unserer Wohlstandsgesellschaf? Und was kommt danach?



Jeder kann Dinge positiv verändern

Wenn Sie ein Problem mit einer anderen Person haben, dann denken viele, dass sich daran nicht viel ändern lässt. Einen Menschen ändern sie nicht, das stimmt.

Ich konnte die letzten Jahre viel üben. In meiner unmittelbaren Umgebung: ein klassischer Fall von Mobbing, nach der Scheidung lagen wir uns auch nicht gerade versöhnlich gestimmt in den Armen, und auch sonst suchte ich eher die Gesellschaft von schwierigen, unnahbaren Gesellen. Das wundert mich heute nicht mehr, denn für mich wiederholt sich eine Situation in unserem Leben so lange, bis die Aufgabe, die wir unbewusst oder bewusst zu lösen versuchen, gemeistert ist.

Zwischenmenschliche Konflikte hängen mit unseren eigenen, inneren Konflikten zusammen. Sie sind oft die Folge von Versagensängsten, Minderwertigkeitsgefühlen und Blockierungen verschiedenster Art. Es ist für den Einzelnen schwierig nachzuvollziehen, was genau gerade im anderen vor sich geht, wenn derjenige sich nicht mitteilen kann oder will.  Dazu kommt die individuelle Einstellung zu Konflikten: destruktiv oder konstruktiv? Trennend oder verbindend? Feind oder Partner?

Es geht nie nur um die Sache! Es geht um Beziehungen, Bedürfnisse und Wünsche, Interessen, Gefühle und Grenzen. Wenn wir einen Konflikt lösen wollen, dann müssen wir gerade diesen Komponenten Beachtung schenken. Wie fühlt sich mein Gegenüber? Was sind seine Ängste und Ziele? Wenn wir ihn besser kennen, dann geben uns Schilderungen seiner Vergangenheit Aufschluss über Grundeinstellung und bisheriges Verhalten.

Der Wunsch, dass sich der andere verändern soll, damit sich etwas verbessert, ist zwar verständlich und auch der einfachste Ansatz, doch so leicht ist es dann auch wieder nicht. Wer aber z.B. Wutausbrüche als verdeckten Hilferuf entlarvt oder Überreaktionen als Folge von unterschwelligen Ängsten erkennt, der kann eher auf den anderen zu gehen, auch wenn ihm eigentlich mehr nach Trennung wäre.

Mit Verständnis und Einfühlungsvermögen, einer großen Portion Mut und Selbstbewusstsein verändern sich die Dinge in dem Maße positiv, wie man selbst positiv anders handelt, als gewohnt. Probieren Sie es aus und überraschen Sie damit Ihren Gegenüber!



Freu Dich auf die nächste Krise!

Warum soll ich mich auf eine Krise freuen?
Als ich das Fußballspiel: Deutschland-Ghana sah und mit welcher Überheblichkeit wir nach dem 4:0 gegen Australien davon überzeugt waren, Weltmeister zu werden, war mir klar, dass das deutsche Fußballteam es schwer haben wird, diese Leistung aufrecht zu erhalten.  Und wer weiß, welchen Verlauf das Spiel gegen England genommen hätte , wenn es zum Ausgleich gekommen wäre ..

Wenn wir uns relativ sicher fühlen und den Sieg schon innerlich abgehakt haben, dann sind wir auch nicht mehr so engagiert und motiviert bei der Sache. Schließlich müssen wir alle mit unseren Ressourcen sparsam umgehen. Die Erfolgswelle trägt eine Zeit lang, wird dann auch wieder flacher, bis zur nächsten. In der Regel warten wir darauf, dass sie auf uns überschwappt, ergreift und wie selbstverständlich weiter bringt. Doch auch die kurzen, ruhigen Phasen dazwischen haben ihren Reiz.  Dann, wenn es nichts zu lachen gibt, kommen wir wieder auf den Boden der Tatsachen.

Auf Zeiten, in denen ich mich klein, schwach und ohnmächtig fühlte, folgten meist die schönsten Momente meines bisherigen Lebens. In dieser Phase konnte ich bitten, war dankbar für jede Hilfe und es schien auch den Personen in meinem Umfeld eine aufrichtige Freude zu machen, mich zu unterstützen. Einerseits ist der Sieg ein Gewinn, doch Krisen und Niederlagen sind gewinnbringend! Wer bei Null startet, hat nach oben alles offen. Was kann er schon verlieren? Nach einer solchen Phase kam bei mir bisher immer etwas Besseres als vorher.

Wenn wir es schaffen, eine Krise als einen Teil unseres Lebens anzunehmen, dankbar dafür sind, dass wir wieder Anlass zur Reflexion haben, dann verlieren wir nur den Schrecken und können ganz relaxt auf die nächste tragende Erfolgswelle warten ..



Neuanfang mit 40 plus - auch in der Liebe kein Spaziergang

Nicht nur im Beruf ist eine Umorientierung in der Lebensmitte eine große Herausforderung und raubt uns Energie und Kraft. Was sich am Anfang entweder nach großem Glück oder - wenn ungewollt - nach der großen Krise anhört, ist nicht halb so extrem, sondern eine schwierige Aufgabe, die man lösen kann. Ich weiß wovon ich schreibe, denn ich kenne den Ablauf aus eigener Erfahrung sehr gut. Sowohl beruflich, als auch privat, wagte ich einen Neuanfang und tue es immer noch. Es liest sich so leicht in Ratgebern, vielleicht besucht man auch Seminare, aber was da überall NICHT steht, ist, wie man sich dabei fühlt und wie man mit diesen Emotionen umgehen soll. Erfolg ist das Ergebnis eines guten Gefühls!

Das bedeutet, Du darfst NICHT darauf hoffen, dass sich der Erfolg einstellt, wenn Du dies oder jenes erreicht hast, sondern Du solltest versuchen, zuerst mit Dir und Deiner Umwelt zufrieden und glücklich zu sein, so, wie sie sich gerade für Dich darstellt. DAS ist die Schwierigkeit, alles andere läuft fast wie von selbst. Wenn das Gefühl stimmt, dann nutzen auch Anleitungen. Die Frage ist eher, will ich überhaupt noch eine Verbesserung, wenn ich bereits JETZT zufrieden bin?

Wenn man sich z.B. einen neuen Partner wünscht, dann ist man ja erst einmal allein. Man macht sich das Leben mit anderen Dingen schön, genießt Freiheit und Unabhängigkeit, trifft sich mit Freunden und geht zur Massage. Man kann sich auch ohne festen Freund wohlfühlen. Wenn der Wunsch danach groß genug ist, wird man sich immer wieder nach geeigneten Personen umdrehen und sie auch wahrnehmen. Man wird sich mit ihnen treffen und sich offen zeigen. Wer mit sich selbst zufrieden ist, strahlt das auch aus und wirkt damit anziehend auf andere. Ein unglücklicher Mensch dagegen, kann auf noch so viele Partys gehen, sich von allen erdenklichen Personen beraten lassen, er wird mit seinem Kummer alleine bleiben.

Was den Neuanfang im Alter erschwert, sind unsere bisherigen Erfahrungen. Wir wissen, wie es sich anfühlt verlassen zu werden bzw. zu verlieren. Wir haben das bereits etliche Male erlebt. Wir haben irgendwann vielleicht ein Muster erkannt, das wir mit unseren Gedanken auch immer wieder anziehen, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: “So - und nicht anders - wird es immer wieder laufen!”. Dabei ist das Scheitern vorprogrammiert. Es kann nur positiv verlaufen, wenn wir - wie ein Teenager - bereit sind, daran zu glauben, dass es gut wird.



Das “Anders-Sein” als Chance begreifen .. TEIL II

Wenn wir uns einen Partner (aus)suchen, dann nicht selten jemanden, der genau DAS hat, was wir nicht haben. Mit ihm haben wir das Gefühl eins zu sein und unser Selbst zu komplettieren. Was am Anfang nach dem großen Glück aussieht, entpuppt sich später als große Herausforderung. Dieser Verlauf - einer sich anbahnenden Beziehung - ist vollkommen normal, doch manche scheitern bereits an der ersten Hürde.

Wenn wir einem Menschen näher kommen, dann ist das ein Prozess. Wir gehen Schritt für Schritt auf ihn zu. Unbewusst haben wir uns für den Richtigen entschieden, weil wir eigentlich gerne ein bisschen so wären, wie er oder sie. Und tatsächlich schlummert in uns genau DAS, was wir in dem anderen sehen bzw. zu erkennen glauben. Es liegt dort aber brach, wie ein ungenutztes Stück Holz, das man in die hinterste Ecke geschoben hat. Und auch das nicht ohne triftigen Grund.

Wir lehnen diese Teile in uns ab, weil wir sie entweder mit einem traumatischen Erlebnis verbinden oder weil andere, die genauso waren, uns damit Schmerzen zufügten. Nicht selten waren das Menschen, die uns sehr nahe standen oder immer noch stehen. Wir kompensieren diese Seiten entweder mit einem gegensätzlichen Verhalten oder laufen einfach davon. Wenn wir unseren Spiegel zuhängen, dann nehmen wir uns die größte Chance, wieder mit uns selbst ins Reine zu kommen.

Wir werden nicht MIT einem anderen Menschen wieder ein Ganzes, sondern daDURCH, dass wir die fehlende Hälfte im anderen wiedererkennen, uns mit ihr versöhnen und sie als einen Teil von uns annehmen lernen.



Verlassen Sie sich drauf!

Sie gehören zu den vernünftigen Menschen? Sie lassen sich nicht von Ihren Gefühlen leiten? Wenn Sie erst einmal darauf vertrauen, dass alles was Ihnen begegnet; alles, was Sie sehen, fühlen, schmecken, riechen, genau das ist, was Sie wollen - allerdings noch unbewusst - dann werden Sie verstehen, warum Nachdenken nicht unbedingt zum Ziel führt. Wenn Sie nämlich alles irgendwie erklären wollen und für alles was Sie tun eine Rechtfertigung suchen, dann (ver)trauen Sie sich selbst nicht und kommen in einen Konflikt. Dabei wäre es so einfach, sich in die Hände unseres Seins fallen zu lassen.

Stellen Sie sich einfach vor, dass da jemand permanent hinter Ihnen steht, der Sie auffängt. Wäre das nicht ein tolles Gefühl? Es gibt da etwas, das Sie begleitet und hält. Bräuchten Sie dann noch die gedankliche Versicherung? Es liegt nicht daran, dass es dieses “etwas” nicht gibt, es liegt ganz alleine daran, dass wir nicht mehr daran glauben! Fliegen können Sie deshalb immer noch nicht, aber vor Glückseeligkeit schweben!



Prüfung: Ein Term mit vielen Variablen (Teil 1)

Wann waren Sie zum letzten Mal in einer Prüfungssituation? Ihr Schulabschluss ist Jahrzehnte her, der “Lappen” würde vielen wieder durch die Lappen gehen, wenn sie die Führerscheinprüfung wiederholen müssten. Bis auf die Akkordarbeiter weiß wohl kaum noch einer von uns Erwachsenen was es heißt, unter Zeitdruck und ständiger Aufsicht gute Leistung zu erbringen. Doch genau DAS erwarten wir von unseren Kindern. SIE sollen all das können und erreichen, was WIR NICHT schaff(t)en.

Dabei ist das Gelingen einer schriftlichen Prüfung - z.B. eine Klassenarbeit in Mathematik - ein Term mit vielen Unbekannten. Es fängt bereits mit der situativen, mentalen Kondition an. Seien Sie noch einmal ein Kind und erinnern Sie sich an damals, als Sie schon mit einem mulmigen Gefühl in die Schule gingen. Wissen Sie noch wie Sie sich fühlten, wenn Sie das DIN A4-Blatt plötzlich vor Augen hatten? Überall Text, überall Fragezeichen, überall Lücken, die SIE füllen sollten, während die Uhr tickte! Nicht nur der Puls geriet ins Schleudern, man hatte förmlich das Gefühl, alle Ressourcen seien überall, bloß nicht dort, wo sie gebraucht werden, im Kopf und in den Händen.

Schauen Sie sich doch bitte die nächste Arbeit Ihrer Tochter/Sohn genauer an: Manche Lehrer verstehen es dermaßen gut, die Kids mit vielen unbekannten Zeichen und Begriffen zu verunsichern. SIE wissen sicher was ein Darlehen ist, ein(e) Dreizehnjährige(r) kommt eher selten in die Situation, einen Hausbau zu finanzieren. Wenn Sie nach Sichten der ersten Fragestellung schon nicht wissen wie es geht, werden Sie glauben, alles andere müsse noch schlimmer sein und schon ist die Blockade da! Da können Sie im Vorfeld noch so viel geübt haben. Bloß die “Coolen” machen weiter. Einen kühlen Kopf behalten und auf das Wesentliche konzentrieren, ist eine Fähigkeit, die nichts mit dem Stoff selbst zu tun hat. Das hat man irgendwann gelernt oder eben (noch) nicht. Und das ist leider noch nicht alles. Mehr dazu im zweiten Teil ..



Das “Anders-Sein” als Chance begreifen ..

Viele Beziehungskonflikte im Leben, ob beruflich oder privat, sind auf unterschiedliche Persönlichkeiten zurückzuführen, die aufeinander treffen. Man selbst kann sich manchmal kaum vorstellen, wie anders andere “ticken” können.

Ein Freund von mir - den ich sehr schätze und liebe - will immer alles kurz und prägnant formuliert haben. Ihn langweilen meine ausschweifenden Beziehungsfragen und philosophischen Ergüsse. Er liebt es, wenn ich den Mund halte, und ihm einfach nur zuhöre. Er ist ein klassischer Tüftler, kann nächtelang an Details arbeiten, sucht perfektionistisch nach dem Optimum, selbst wenn man das Haus abreißen würde, in dem er wohnt. Er ist die Ruhe selbst - nach außen hin, kann meine Stimmungen überhaupt nicht nachvollziehen - weil er dafür keine Antennen hat - und liebt seine Freiheit über alles. Er denkt logisch, nähert sich Schritt für Schritt seinem Ziel, hat dabei alle Geduld der Welt und führt alles was er anfängt auch zu Ende. Er könnte mir heute noch sagen, wie der Weg aussah, den wir vor Jahren zum ersten Mal gingen. Er könnte mir sagen, wonach es damals roch, ob die Schafherde Junge hatte, welche Wolken am Himmel zu sehen waren, kurz: Er ist das genaue GEGENTEIL VON MIR!

Da ich nun mal ein Mensch bin, der gerne etwas von anderen lernt, der Neues entdecken will, der immerzu Input braucht, kam mir dieser Typ gerade recht, doch mit ihm auszukommen und ihn zu verstehen, daran wäre ich fast gescheitert. Anfangs wollte ich ihn verbiegen, ihm meine Art und Weise näher bringen, ihn davon überzeugen, dass ICH richtig liege. Das versuchte er auch mit mir und der Machtkampf begann. Heute kommt mir das ziemlich dumm vor, denn das konnte nicht gut gehen. Außerdem finde ich ja viele Eigenschaften von ihm auch sehr positiv und nützlich und ich wäre insgeheim froh, ein bisschen davon zu haben. Ich fühlte zwar, dass es für mich irgendwie sinnvoll sein würde, einem solchen Mann begegnet zu sein, doch es war lange Zeit eine Quälerei für uns beide. Wir haben nur eine kleine Schnittmenge, die wir leben können und doch haben wir auch voneinander gelernt und ich wäre heute in einigen Dingen längst nicht so erfolgreich, wenn ich mir nicht etwas von ihm abgeschaut hätte. Ich bin ruhiger geworden, introvertierter, weniger impulsiv, logischer und kann jetzt auch mal ein bisschen Chaos aushalten. Ich weiß heute, dass ER EBEN SO IST, wie er ist und das ist auch gut so. Ich glaube, er fand so manche Aufregung meinerseits auch nicht so schlimm. Im Gegenteil, so ein bisschen Energie und Lebensfreude steckt jeden an, selbst einen - eher unterkühlt wirkenden - Cowboy.

Für alle, die tagtäglich ihre Mühe mit ihrem Gegenüber haben - ob im Büro oder zuhause - dem sei das folgende Buch empfohlen: “So bin ich eben!” Erkenne dich selbst und andere”, von zwei Trierer Psycho-Fachfrauen:  Stefanie Stahl und Melanie Alt. Dort kann man auch einen kleinen Persönlichkeitstest machen. Und vielleicht verstehen Sie bald besser ..



Viel zu selten dankbar

Mir wurde in meinem Leben einmal sehr schmerzhaft bewusst, dass wir alles jederzeit verlieren können. Sie können sich in dem einen Augenblick noch sicher fühlen und durch eine einzige Botschaft fällt das ganze Konstrukt wie ein Kartenhaus zusammen, je nachdem welche Karte man gezogen hat. Das war der Beginn meiner Entscheidung für Bewusstheit in meinem Leben. Das war die bewusste Entscheidung, unbewusst hat mich dieses Thema schon als Kind fasziniert. Ich bin wie ein Spürhund, der den Dingen auf den Grund gehen will. Warum fordern wir z.B. so viel von uns und unserer Umwelt? Warum sind wir eher unzufrieden, als zufrieden? Warum sagen wir so selten “Danke”?
Spätestens seit diesem einen bestimmten Tag habe ich gelernt dankbar zu sein. Dankbar für all die schönen Stunden, die ich bereits bisher mit meinen Liebsten erleben durfte. Wenn ich auch nicht immer einen konkreten Ansprechpartner vor mir stehen habe, dem ich meine Dankbarkeit zeigen oder sagen kann. Ich spreche sie meist direkt aus, das Universum (oder Gott) wird sie schon weiterleiten. “Ich habe viel, danke dafür!”



Ich bräuchte eigentlich nur einen Koffer voll ..

Früher habe ich gerne gesammelt, nicht exzessiv, aber die Grundtendenz war die, Dinge um mich herum behalten zu wollen, egal, ob ich sie noch brauchte oder nicht. Wenn man ALLES behalten will, dann kann man sich meist schlecht von etwas trennen. Das verwundert mich heute auch nicht weiter, weil ich schon als Kind, Trennungen als sehr schmerzlich erfahren habe. Ehe ICH mich von meinem Mann trennen würde, würde die Mosel bergauf fließen.

Auf der anderen Seite brachte man mir bei, dass man unangenehme Dinge vergessen kann. “Die Zeit heilt alle Wunden!”, war so ein Satz, den ich oft zu hören bekam. Klar beschloss ich, mich im “schnell Vergessen” zu üben. Das Problem war nur, dass ich viel später erst bemerkte, dass ich gar nicht trennen konnte, zwischen dem, was ich eigentlich doch behalten wollte und dem, was ich tatsächlich lieber schnell vergessen hätte.

Irgendwann, als sich etwas Schlimmes ereignete, fing ich an, darüber nachzudenken. Ich nahm mir die Zeit herauszubekommen, warum manche Dinge in meinem Leben scheinbar falsch liefen. Ich schreibe ganz bewusst “scheinbar”, denn das entsprach nicht MEINER Wahrnehmung, es war die, anderer, nahe stehender Personen. Und das, was scheinbar gut lief, machte mich unglücklich.

Ich habe diese Zeit genutzt, mich informiert und weitergebildet, weil ich, in erster Linie, mir selbst helfen wollte. Ich habe mir damals dabei auch von anderen ENTFERNTEREN Menschen helfen lassen und alles genutzt, was sich anbot, um meine Situation zu verbessern. Ich suchte - ganz unbewusst - nach Ressourcen, diesem Dilemma zu entkommen, denn ich fühlte mich nicht wohl damit.

Ich wollte mich trennen können, wenn ich es möchte und nur die Dinge um mich herum behalten, die ich auch WIRKLICH will! Nun, ich habe es gelernt und bin damit sehr zufrieden. Ich gehe schon länger MEINEN Weg und fahre gut damit. Ich bin nicht mehr ganz so vergesslich wie früher, ich achte bei jeder Information, ob sie mir nützlich sein könnte und BEWAHRE sie dann gut auf - in meinem Gehirn, nicht in der Schublade!

Mit den Trennungen habe ich es allerdings immer noch nicht so. Wenn mir einmal ein Mensch sehr nahe gekommen ist, weil ich es ja auch so wollte, dann trifft es mich immer noch hart, wenn er einfach geht und nicht mehr kommt. Schließlich war man ihm aus ganz bestimmten Gründen einmal sehr nahe gekommen. Andererseits mache ich mir manchmal gerne vor, ich könnte ganz ohne.

Auch das habe ich in den Griff bekommen, weil ich auch dort, auf der Suche nach einem Gleichgewicht war und immer wieder bin. Nun sind aber diese Menschen mitunter ähnlich gestrickt, wie ich - was mich auch nicht mehr wundert - und das führt dann schon manchmal zu Schwankungen.

Mein Leben ist ruhiger geworden, ein gemächlich vor sich hin schippernder Kutter. Sicherlich ist es auch das Alter und die Erfahrung, die mein Temperament gebremst haben. Die meisten Personen aus meinem Bekanntenkreis sind darüber eher glücklich, ich dagegen, würde gerne immer wieder einmal meinen Koffer nehmen - in den alles hinein passt, was ich brauche - und einfach hinaus segeln.

Ich tue das auch ab und zu und kenne doch meinen Heimathafen, an den ich immer wieder gerne zurück finde. Ich tue es nun BEWUSST und weil ICH es wirklich WILL! DAS ist es, was MICH GLÜCKLICH MACHT!