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27.1.2010 von sabina voice.
Bereits letztes Jahr im Frühjahr verließ ich die WKW-Plattform und kritisierte die Anonymität und den kaum vorhandenen Nutzen eines solchen Netzwerks für mein Leben: “Keine Bange, ich kenne Euch noch!”. Trotzdem meldete ich mich nach einer Weile wieder an. Irgendwie hatte man das Gefühl mit anderen Menschen verbunden zu sein, auch wenn man alleine am Schreibtisch saß. Da ich ein neugieriger Mensch bin und die Flut an Informationen über Personen, die ich im wahren Leben nie getroffen hätte, mich immer wieder faszinierte, war Frau fast ständig online.
Allerdings unterschätzt man einen wichtigen Aspekt: Nähe wird zur Illusion! Man glaubt viele Freunde zu haben, man schreibt mit fremden Menschen über intime Dinge, man erzeugt ein künstliches Nähe-Empfinden, obwohl man im realen Leben nicht einmal wüsste, ob man den anderen mag, ihm nie gegenüber gestanden hat, noch weiß, wer er wirklich ist. Hinter einem Fake kann sich durchaus ein liebevoller Mensch verstecken, doch wenn man ihm näher kommt, scheitert das Konstrukt an der Realität, eben weil es nur ein Konstrukt ist. Ich halte es sogar für gefährlich, wenn man sich nur noch diesen Zombies aussetzt und es fällt immer schwerer, diese von anderen zu unterscheiden.
Wenn ich mir überlege wieviel Zeit ich in den letzten Monaten darauf verschwendet habe, hier und dort zu klicken, in fremde Welten hinein zu schauen, immer wieder der falschen Hoffnung zu unterliegen, Freunde oder sogar einen Partner zu finden. Im Gegensatz zu anderen Netzwerken, bekommt man bei WKW keine Benachrichtigung über eingegangene Nachrichten per Mail, d.h. man schaut ständig nach der Post. Das haben die Erfinder schon clever eingefädelt. Da lob ich mir den klassischen Chat per ICQ oder Yahoo und auch die stink normale, elektronische Mail. Freunde kennen meine Kontaktdaten und welche, die es werden wollen, sollten sich wenigstens die Mühe machen müssen, mich oder das Telefonbuch zu befragen.
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1.5.2009 von sabina voice.
Was haben wir nicht alles schon gelesen und gelernt. Unzählige Texte und Bilder sind im Studium und meinem bisherigen Leben unter meinen Augen vorbei gewandert. Was sollte ich nicht alles wissen und anwenden können. Und was ist davon noch da?
Wenn wir etwas lernen, dann haben wir für einen Moment das Gefühl, etwas zu wissen und zu können. Wir schaffen damit eine Prüfung und schon kurz danach scheint das alles wie weggeflogen. Wenn wir zielorientiert lernen würden, dann wöllten wir dieses Wissen auch behalten! Das Ziel dürfte dann aber nicht darin bestehen, einen Abschluss zu schaffen, sondern; sich in dem, was man kann und zu geben hat, stetig zu verbessern.
Das wiederum würde aber an den Anfang jeglichen Lernprozesses eine Stärken/Schwächen-Analyse setzen. Erst, wenn ich weiß, wer ich bin und wozu ich gut bin, kann ich dies zu optimieren versuchen und Defizite in anderen Bereichen mit Inhalt füllen. Sagen Sie mir, wann Sie das letzte Mal so etwas untersucht haben? Wissen Ihre Kinder, warum sie was lernen sollen?
Mir macht es z.B. Spaß, mich hierhin zu setzen und meine Gedanken in diesen Computer zu tippen. Dabei hätte ich noch vor nicht all zu langer Zeit behauptet, so etwas nicht zu können. Texte zu verfassen, war mir immer ein Gräuel. Auf einmal scheint der Weg vom Gehirn zu den Fingern ein sehr kurzer Weg zu sein. Die Worte und Satzkonstruktionen fließen einfach so aus mir heraus.
Ich tue es u.a. deshalb, weil es mir wichtig ist, nicht (mehr) zu vergessen! Ich möchte diese Botschaften behalten und mich stetig daran erinnern können. So, wie ich Dinge aufhebe, an denen mein Herz hängt, so bewahre ich mir gerne mein Wissen, meine Gefühle und Erfahrungen. Ich lerne jeden Tag etwas dazu und bin auch sehr froh darüber, weil ich weiß, wofür!
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31.3.2009 von sabina voice.
Die Medien sind verführerisch. Man hat sich schnell irgendwo eingeloggt, ein Profil angelegt und natürlich will man auch zeigen, wer man ist. Gerade Jugendliche machen es gerne der Masse nach und setzen nicht nur private Fotos ins Netz, sondern veröffentlichen ihr ganzes Leben. Der Job des Detektiven dürfte mit ein bisschen Online-Recherche schnell gemacht sein. Die Außenwirkung wird dabei völlig außer Acht gelassen. Schließlich will man cool sein und dazu gehören, denn die anderen machen es ja auch. Was kann also so schlimm daran sein?
Die heutigen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und -verbreitung kann man sinnvoll nutzen, was ich tagtäglich tue, oder eben gedankenlos missbrauchen. Offenheit schafft Vertrauen, aber auch dafür sollte es ein bestimmtes Maß geben. Das Netz lässt nichts los. Was mit sehr vielen Vorteilen verknüpft sein kann, wird zur Falle, wenn Unwissende sich geradezu prostituieren. Davor machen selbst Erwachsene nicht Halt. Communitys sind keine 007-Clubs. Fast jeder kann sich in der riesigen Datenbank bedienen. Wenn Sie wissen wollen, was Ihrem Schatz gefällt, dann googlen sie doch einfach mal nach seinem Kosenamen - aber den Fund behalten Sie besser für sich!
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3.2.2009 von sabina voice.
Sie wissen nicht, wofür IM steht? IM ist die Abkürzung für “Instant Messaging”, eine Kommunikationsform, bei der sich Menschen mittels zweier oder mehrerer Computer miteinander unterhalten. Die Teilnehmer müssen dazu mit einem Programm, entweder über das Internet oder direkt über einen Server, miteinander verbunden sein. Man nennt es kurz: “Chatten”. Sie kennen sicher das Ton-Signal einer neuen Nachricht in Verbindung mit ständigem Tastaturgeklapper von Ihren Kindern.
Chatten hat tatsächlich einige Vorzüge gegenüber realen Treffen oder traditionellen Kommunikationsmethoden. Ein nahe liegendes Argument ist erst einmal, dass man selbst weit entfernt lebende Menschen damit erreicht, ohne sich dazu bewegen zu müssen. Man sitzt warm und gemütlich am PC und kann sich genauso mit der Freundin aus Italien unterhalten, wie mit der Schulfreundin vom anderen Ende der Stadt.
Auch wenn es mittlerweile bei allen IM-Systemen möglich ist, mit Hilfe einer Kamera, den Gesprächspartner auf Wunsch zu betrachten, so machen die meisten Teens davon noch wenig Gebrauch. Schließlich braucht man beim Chatten weder gestylt zu sein, noch bedarf es einer sofortigen Reaktion. Das ist wiederum ein Vorzug gegenüber dem Telefongespräch. Dabei würde man eine längere Pause als störend empfinden. Beim Instant Messaging ist das anders. Meist unterhält man sich dort mit mehreren Personen gleichzeitig und es ist völlig normal, dass man nicht unmittelbar eine Antwort bekommt, weil man diese erst eintippen muss.
Außerdem lassen sich über dieses Medium bequem Dateien hin- und herschieben. Dort tauscht man die neuesten Schnappschüsse aus oder verlinkt zu den gerade angesagtesten Musik-Videos. Vorbei sind die Zeiten, in denen man noch das Kofferradio anzapfen musste, um die besten Hits für den eigenen Hörgenuss auf Band zu speichern. Heute genügt ein Klick und schon hört und sieht man, was gerade “top” ist.
Im Nachrichtenverlauf lässt sich dann später nachlesen, wer, was, wann, zum Besten gegeben hat.. Das digitale Gedächtnis speichert nicht nur jedes Wort und Zeichen, das Sie eingegeben haben, sondern merkt sich auch den Zeitpunkt. So kann man den Verlauf eines Gesprächs nachvollziehen und auch daraus lernen.
Wen wundert es da, dass unsere Sprösslinge am liebsten den ganzen Tag online wären. Eigentlich ein schöner Gedanke, mit vielen Freunden auf Dauer vernetzt zu sein. Das Problem ist nur, dass es auch zur Sucht werden kann, dass man darüber die reale Welt vergisst und irgendwann ganz auf Live-Treffen verzichtet. Der Chat ist sozusagen eine Art Fenster zur Außenwelt, das man öffnen und schließen kann. Aber eben nur EIN FENSTER. Wichtig ist, dass man trotzdem oft genug vor die Tür geht!
Viele Eltern haben auch Bedenken, dass durch das permanente Chatten kaum noch Zeit für Hausaufgaben oder Hobbys bleibt. Der Einwand ist durchaus berechtigt. Aber auch hier kommt es auf das richtige Maß und das Nutzungsverhalten an. Der Austausch mit Hilfe des Computers erspart Wegzeiten und kann - sinnvoll genutzt - eine Bereicherung für den Einzelnen sein. In den seltensten Fällen werden bei persönlichen Besuchen schulische Pflichten erledigt. “Abhängen”, wie die Kids es nennen, frisst mindestens ebenso viel Zeit, wie die Kommunikation über Tastatur.
Lassen Sie sich von Ihrem Kind in die Vorzüge des ON-LINEN einweisen und versuchen Sie es auch einmal selbst. Erst dann wissen Sie, wovon Sie sprechen. Danach sollten Sie mit Ihrer Tochter oder Ihren Sohn über die Vor- und Nachteile reden. Nicht jede Fünf hat gleich damit zu tun, dass Ihr Kind ständig online ist. Doch bleiben Sie auch wach dafür, wann das Maß tatsächlich überschritten wird. Wer gar nicht mehr ohne Internet und IM auskommt, hat ein Problem. Am Besten vereinbaren Sie mit Ihr oder ihm einen Tag Auszeit und legen eine tägliche Dosis fest, die nicht überschritten werden sollte.
Sie kennen doch das Bild einer alten Frau, die auf das Fensterbrett gestützt, dem Treiben außerhalb ihrer vier Wände zuschaut. Unsere Kinder halten genauso Ausschau nach anderen. Sie brauchen es, weil es ihnen Halt gibt und das Gefühl, nicht ganz alleine zu sein, wenn schon wieder keiner zuhause ist, mit dem sie darüber reden könnten, was sie gerade bewegt.
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