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20.7.2010 von sabina voice.
Das sagte schon der Fuchs zum kleinen Prinzen. Wir sprechen nicht nur mit anderen, sondern auch permanent mit uns selbst. Das nennt man dann Denken. Es ist ein lautloser Dialog zwischen dem - wenn wir Freud glauben - ES, ÜBER-ICH, ICH und dem ICH-IDEAL. Wenn ich bloß immer wüsste, was mein Gegenüber gerade denkt, bzw. welche Diskussionen im Gehirn meines Gegenübers gerade geführt werden, dann wäre mir und dem anderen viel geholfen.
Was er dann schließlich sagt oder schreibt, ist das Ergebnis eines Kompromisses, den unsere Persönlichkeitsanteile miteinander finden. So groß unsere Lust auf etwas auch gerade ist, vielleicht verbietet MAN ihr nicht nachzugeben und er oder sie begnügt sich stattdessen mit einer reduzierten Form der Bedürfnisbefriedigung. Es ist also schon eine Herausforderung, die richtigen Worte zu finden, wenn ich von anderen verstanden werden will und es macht die Sache noch komplizierter, wenn man mich dabei weder sieht, noch hört.
Wie Sie eine Aussage interpretieren wird auch von Ihren bisherigen Erfahrungen beeinflusst. Machen Sie den Test und zeigen Sie den Inhalt einer SMS: “Ich komme 10 Minuten später” einer Freundin, einem Bekannten und einem Fremden. Es ist interessant, wie unterschiedlich er verstanden werden kann.
In Zeiten, in denen immer mehr gesimst, gechattet, getwittert und scheinbar alles in eine Kurzform gebracht werden muss, wundert mich nicht, dass wir uns immer weniger verstehen. Sie hören nicht den Klang der Stimme, ob der Körper Ihnen zugewandt ist, sehen nicht das Funkeln in den Augen und riechen nicht das Parfum, das er oder sie extra wegen Ihnen aufgesprüht hat. Wäre es da nicht sinnvoller, Sie würden sich persönlich treffen, als nur auf irgendwelche Tasten zu tippen - auch wenn das mittlerweile immer leichter geht?
Der Fuchs sagt zum kleinen Prinzen: “Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in Geschäften.” (”Der kleine Prinz”, S.50). Wenn alles schnell fertig sein muss, bevor wir es erfahren, dann fehlt uns einfach Geduld.
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7.7.2010 von sabina voice.
Wenn Sie ein Problem mit einer anderen Person haben, dann denken viele, dass sich daran nicht viel ändern lässt. Einen Menschen ändern sie nicht, das stimmt.
Ich konnte die letzten Jahre viel üben. In meiner unmittelbaren Umgebung: ein klassischer Fall von Mobbing, nach der Scheidung lagen wir uns auch nicht gerade versöhnlich gestimmt in den Armen, und auch sonst suchte ich eher die Gesellschaft von schwierigen, unnahbaren Gesellen. Das wundert mich heute nicht mehr, denn für mich wiederholt sich eine Situation in unserem Leben so lange, bis die Aufgabe, die wir unbewusst oder bewusst zu lösen versuchen, gemeistert ist.
Zwischenmenschliche Konflikte hängen mit unseren eigenen, inneren Konflikten zusammen. Sie sind oft die Folge von Versagensängsten, Minderwertigkeitsgefühlen und Blockierungen verschiedenster Art. Es ist für den Einzelnen schwierig nachzuvollziehen, was genau gerade im anderen vor sich geht, wenn derjenige sich nicht mitteilen kann oder will. Dazu kommt die individuelle Einstellung zu Konflikten: destruktiv oder konstruktiv? Trennend oder verbindend? Feind oder Partner?
Es geht nie nur um die Sache! Es geht um Beziehungen, Bedürfnisse und Wünsche, Interessen, Gefühle und Grenzen. Wenn wir einen Konflikt lösen wollen, dann müssen wir gerade diesen Komponenten Beachtung schenken. Wie fühlt sich mein Gegenüber? Was sind seine Ängste und Ziele? Wenn wir ihn besser kennen, dann geben uns Schilderungen seiner Vergangenheit Aufschluss über Grundeinstellung und bisheriges Verhalten.
Der Wunsch, dass sich der andere verändern soll, damit sich etwas verbessert, ist zwar verständlich und auch der einfachste Ansatz, doch so leicht ist es dann auch wieder nicht. Wer aber z.B. Wutausbrüche als verdeckten Hilferuf entlarvt oder Überreaktionen als Folge von unterschwelligen Ängsten erkennt, der kann eher auf den anderen zu gehen, auch wenn ihm eigentlich mehr nach Trennung wäre.
Mit Verständnis und Einfühlungsvermögen, einer großen Portion Mut und Selbstbewusstsein verändern sich die Dinge in dem Maße positiv, wie man selbst positiv anders handelt, als gewohnt. Probieren Sie es aus und überraschen Sie damit Ihren Gegenüber!
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29.6.2010 von sabina voice.
Warum soll ich mich auf eine Krise freuen?
Als ich das Fußballspiel: Deutschland-Ghana sah und mit welcher Überheblichkeit wir nach dem 4:0 gegen Australien davon überzeugt waren, Weltmeister zu werden, war mir klar, dass das deutsche Fußballteam es schwer haben wird, diese Leistung aufrecht zu erhalten. Und wer weiß, welchen Verlauf das Spiel gegen England genommen hätte , wenn es zum Ausgleich gekommen wäre ..
Wenn wir uns relativ sicher fühlen und den Sieg schon innerlich abgehakt haben, dann sind wir auch nicht mehr so engagiert und motiviert bei der Sache. Schließlich müssen wir alle mit unseren Ressourcen sparsam umgehen. Die Erfolgswelle trägt eine Zeit lang, wird dann auch wieder flacher, bis zur nächsten. In der Regel warten wir darauf, dass sie auf uns überschwappt, ergreift und wie selbstverständlich weiter bringt. Doch auch die kurzen, ruhigen Phasen dazwischen haben ihren Reiz. Dann, wenn es nichts zu lachen gibt, kommen wir wieder auf den Boden der Tatsachen.
Auf Zeiten, in denen ich mich klein, schwach und ohnmächtig fühlte, folgten meist die schönsten Momente meines bisherigen Lebens. In dieser Phase konnte ich bitten, war dankbar für jede Hilfe und es schien auch den Personen in meinem Umfeld eine aufrichtige Freude zu machen, mich zu unterstützen. Einerseits ist der Sieg ein Gewinn, doch Krisen und Niederlagen sind gewinnbringend! Wer bei Null startet, hat nach oben alles offen. Was kann er schon verlieren? Nach einer solchen Phase kam bei mir bisher immer etwas Besseres als vorher.
Wenn wir es schaffen, eine Krise als einen Teil unseres Lebens anzunehmen, dankbar dafür sind, dass wir wieder Anlass zur Reflexion haben, dann verlieren wir nur den Schrecken und können ganz relaxt auf die nächste tragende Erfolgswelle warten ..
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19.6.2010 von sabina voice.
Ich habe mir lange Zeit Gedanken darüber gemacht, wie mein Traummann sein sollte. Normalerweise hört man solche Eigenschaften, wie: groß, vermögend, gutaussehend, intelligent, ehrlich, lustig, sportlich, treu. Ähnliches habe ich mir anfangs auch gewünscht. Einige Beziehungen später bemerkte ich dann, dass ich eigentlich immer genau das bekommen hatte, was auf meiner Wunschliste stand. Allerdings hatte ich wohl vergessen, dass es da unendlich viele Kombinationen von guten und schlechten Eigenschaften gibt und es war fast unmöglich, an alles zu denken, was mir wichtig ist. Außerdem veränderten sich auch noch meine Prioritäten im Zeitablauf.
Vom gutaussehenden Macho bis zum einfühlsamen Softie, keiner passte bisher so wirklich zu mir, doch es war überaus lehrreich für mich, ihre Bekanntschaft gemacht zu haben und ich war jedes Mal verliebt und voller Hoffnung. Und ich glaube jetzt, dass es mir genau darum geht: Ich will lernen, leben, lieben. Das habe ich mit meinen Männern. Ich erkannte in ihnen jene Potentiale, die auch in mir stecken und indem ich sie bei ihnen entdeckte und zum Leben erweckte, wurden sie auch mir bewusst. Insofern sehe ich es sogar als außerordentlich wichtig an, mit genau diesen Menschen einen Teil meines Lebens verbracht zu haben. Sie haben mein Leben bereichert, wie ich ihres und das ist für mich ein Grund zur Freude.
Vor meiner letzten Erfahrung mit einem potentiellen Partner fürs Leben, hatte ich die Einsicht, dass es nicht um Eigenschaften oder Aussehen alleine gehen könne. Mein Ziel war und ist es, mich mit einem Menschen wohl zu fühlen. Ob es mir nun gut tut in seinen Armen zu liegen, mit ihm zu erleben oder uns beide wachsen zu sehen. Und auch das war so. Es ist dabei fast unerheblich wie diese Person aussieht, ob sie blond, braun, groß, klein, dick, dünn, arm oder reich ist. Wenn ich heute einen Wunsch ans Universum sende, dann diesen: Ich wünsche mir einen Mann, der zu mir passt!
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14.6.2010 von sabina voice.
Liebe ist für mich ein zentrales Thema, denn es ist mit schönen Emotionen wie Freude und Erfüllung verbunden. Wer wirklich liebt, übermittelt die Botschaft, den anderen so zu nehmen wie er ist, seine Stärken UND Schwächen zu schätzen. Wer liebt, dem ist der andere wichtig, seine Gefühle, seine Ziele, sein Wohlergehen. Wie eine Blume, die man gießt und nährt, weil man sie blühen sehen will. Und man bekommt viel dafür zurück.
Nun gibt es aber auch Menschen, die sich selbst nicht lieben, bzw. annehmen können, wie sie sind. Sie können sich gar nicht vorstellen, dass sie liebenswert sind. Sie tun mitunter dasselbe wie andere, doch die Reaktionen sind andere. Vielleicht gießen sie zu viel oder lassen das Pflänzchen vertrocknen, vielleicht kümmert es sie aber auch nicht wirklich, was ES zum Wachsen braucht. Sie verhalten sich nach Regeln und Normen, nicht nach Herz und Verstand. Diese Menschen können auch schlecht empfangen. So viel man ihnen auch geben will, es versickert im Sand.
Es war und ist für mich wichtig zu erkennen, wann ich es mit welchen Menschen zu tun habe. Denn so schön das Lieben ist, das Geliebtwerden gehört für mich dazu.
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13.6.2010 von sabina voice.
Wer mich kennt, weiß, dass ich in regelmäßigen Abständen ein RESET mache. Ich fahre alles runter, bis auf den Nullpunkt, verweile dort eine kurze Zeit und starte dann wieder neu. Visualisiert sieht dieses Verhaltensmuster wie eine Aneinanderreihung immer größer werdender Haifischflossen aus. Wem das klassische Produktlebenzyklus-Modell bekannt ist - das ich gerne auch auf andere Bereiche übertrage - der kann sich vielleicht vorstellen, dass ich mich davor scheue mit anzusehen, wie etwas den “Bach runter geht”, wie der Volksmund so schön sagt. Ich steige lieber auf dem höchsten Punkt aus, lasse mich fallen, schöpfe neue Kraft und lege dann wieder los. Es hat - zumindest für mich - den Vorteil, dass es nach meiner Wahrnehmung ständig bergauf geht.
In den kurzen Tiefphasen nehme ich mir Zeit für mich selbst. Frei von anderen Einflüssen, kehre ich zu mir zurück, zu dem, was MIR wichtig ist und überdenke meine Ziele und weiteren Schritte. Ich habe immer wieder die Wahl und starte mit einer aktualisierten Bewusstheit ein neues oder altes Vorhaben. Auf diese Weise werde ich sicher viel mehr Zeit für dasselbe Ziel brauchen, als jemand, der den geraden Weg geht. Ich hatte jedenfalls bisher eine Menge Spaß dabei, weniger Leistungsdruck und wer damit langfristig besser fährt, wird sich zeigen .. ![]()
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1.6.2010 von sabina voice.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was für Sie selbstverständlich ist? Was erwarten Sie von sich und anderen? Was klärt sich Ihrer Meinung nach von selbst? Wenn ein Verhalten zur Selbstverständlichkeit wird, schätzen wir es vielleicht immer noch genauso wie am Anfang, aber vergessen gerne, den anderen merken zu lassen, dass es uns wichtig ist und eigentlich ein Geschenk. Ob das nun die wohl gefalteten, gebügelten Hemden im Schrank sind, die nicht die Heinzelmännchen dort wohlwollend platzierten oder die Gardinenstange, die vom Partner trotz mangelnder Freizeit noch schnell montiert wurde. Diese “Kleinigkeiten” sind Gesten der Zuneigung, des Respekts und Achtung gegenüber der anderen Person. Das könnten alles auch andere erledigen. Wir würden uns keinen Zacken aus der Krone brechen, wenn wir einmal darauf achten würden, was andere für uns wie selbstverständlich tun und unsere Anerkennung zeigen würden. Ein “Danke” kann oft Wunder wirken und selbst erkaltete Herzen ein wenig wärmen ..
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29.5.2010 von sabina voice.
Ich plane immer noch langfristig, habe Visionen, von denen ich noch Meilen entfernt bin, doch ich habe auch erfahren, dass sich die Bedingungen ändern können und damit manchmal eben auch die Ziele.
Früher, als die Kinder noch klein waren, hätte ich mir einen Partner gewünscht, der uns Drei wieder zu einer Art Ersatzfamilie komplettiert, dabei sind wir eigentlich die ganze Zeit eine Familie gewesen. Sie haben einen Vater und verbringen auch viel Zeit mit ihm, allerdings selten wir Vier zusammen. Was ich anfangs als Lücke empfand, war eigentlich nicht wirklich eine. So sehr der Vater und ich uns auch manchmal stritten, wenn wir uns ernsthaft brauchten, waren wir füreinander da. Aus meiner Sicht hat sich die Qualität unserer Beziehung sogar verbessert, auch wenn das nichts an der Tatsache ändert, dass wir kein Paar mehr sind und werden. Heute sind die Kids aus dem Gröbsten raus und daher ist auch mein Wunsch nicht mehr so groß, etwas zu wiederholen, was wir alle früher miteinander hatten: eine Bilderbuch-Familie. Denn genau das wollte ich damals nicht mehr: etwas leben, was ich nicht bin, eine Rolle spielen.
Lange Zeit suchte ich nach einem Beruf, der mich glücklich machen würde. Dabei machte ich anfangs den Fehler, zu sehr auf andere zu hören, mit Klischees im Kopf und einer Menge Vorurteilen konfrontiert, konnte das nichts werden. Die anderen sprachen immer über sich selbst, über ihre verpassten Chancen, über das, was Sie nicht geschafft hatten, wenn sie mir von etwas abrieten. Sie gaben vor mich schützen zu wollen, doch wie konnten sie das Beste für mich wollen, wenn sie meine Träume nicht respektierten? Erst als ich mich von ihren Ängsten lösen konnte - die zu den meinen geworden waren - wurde ich mutig, mein Ding zu machen. Heute renne ich nicht mehr dieser angeblichen Sicherheit hinterher, weil ich mir sicher bin, dass das was ich tue für mich richtig und andere gut ist. Das ist ein tolles Gefühl.
Vor einigen Tagen lernte ich meine neue Nachbarin kennen, sie scheint sehr nett zu sein. Früher hätte ich mir gewünscht, es gäbe jemanden wie sie, der vielleicht mal einen Abend auf die Kinder aufpasst ..
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16.5.2010 von sabina voice.
Nicht nur im Beruf ist eine Umorientierung in der Lebensmitte eine große Herausforderung und raubt uns Energie und Kraft. Was sich am Anfang entweder nach großem Glück oder - wenn ungewollt - nach der großen Krise anhört, ist nicht halb so extrem, sondern eine schwierige Aufgabe, die man lösen kann. Ich weiß wovon ich schreibe, denn ich kenne den Ablauf aus eigener Erfahrung sehr gut. Sowohl beruflich, als auch privat, wagte ich einen Neuanfang und tue es immer noch. Es liest sich so leicht in Ratgebern, vielleicht besucht man auch Seminare, aber was da überall NICHT steht, ist, wie man sich dabei fühlt und wie man mit diesen Emotionen umgehen soll. Erfolg ist das Ergebnis eines guten Gefühls!
Das bedeutet, Du darfst NICHT darauf hoffen, dass sich der Erfolg einstellt, wenn Du dies oder jenes erreicht hast, sondern Du solltest versuchen, zuerst mit Dir und Deiner Umwelt zufrieden und glücklich zu sein, so, wie sie sich gerade für Dich darstellt. DAS ist die Schwierigkeit, alles andere läuft fast wie von selbst. Wenn das Gefühl stimmt, dann nutzen auch Anleitungen. Die Frage ist eher, will ich überhaupt noch eine Verbesserung, wenn ich bereits JETZT zufrieden bin?
Wenn man sich z.B. einen neuen Partner wünscht, dann ist man ja erst einmal allein. Man macht sich das Leben mit anderen Dingen schön, genießt Freiheit und Unabhängigkeit, trifft sich mit Freunden und geht zur Massage. Man kann sich auch ohne festen Freund wohlfühlen. Wenn der Wunsch danach groß genug ist, wird man sich immer wieder nach geeigneten Personen umdrehen und sie auch wahrnehmen. Man wird sich mit ihnen treffen und sich offen zeigen. Wer mit sich selbst zufrieden ist, strahlt das auch aus und wirkt damit anziehend auf andere. Ein unglücklicher Mensch dagegen, kann auf noch so viele Partys gehen, sich von allen erdenklichen Personen beraten lassen, er wird mit seinem Kummer alleine bleiben.
Was den Neuanfang im Alter erschwert, sind unsere bisherigen Erfahrungen. Wir wissen, wie es sich anfühlt verlassen zu werden bzw. zu verlieren. Wir haben das bereits etliche Male erlebt. Wir haben irgendwann vielleicht ein Muster erkannt, das wir mit unseren Gedanken auch immer wieder anziehen, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: “So - und nicht anders - wird es immer wieder laufen!”. Dabei ist das Scheitern vorprogrammiert. Es kann nur positiv verlaufen, wenn wir - wie ein Teenager - bereit sind, daran zu glauben, dass es gut wird.
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13.5.2010 von sabina voice.
Menschen finden sich nicht ohne Grund. Ohne, dass es ihnen bewusst ist, verfolgen sie damit einen Plan oder suchen Hilfe beim anderen. Indem wir uns näher kommen, miteinander (er)leben, decken wir genau das auf, was wir am liebsten ganz weit weg vergraben hätten. Wir können es als Herausforderung für persönliches Wachstum und Heilung sehen oder einfach wegrennen und uns dieser Aufgabe entziehen.
Der Gegenüber wiederholt alte Verhaltensmuster, unter denen wir schon früher gelitten haben und wir ertappen uns dabei, wie wir genau das tun oder sagen, was wir schon immer bei einem anderen Menschen zutiefst ablehnten. Wir verfallen in Rollen unserer Eltern oder nahe stehenden Personen, die uns wichtig waren, weil wir es einfach nicht anders kennen und auch selbst davon einen Teil - sei es nun ererbt oder erlernt - in uns tragen. Ohne es bewusst zu wollen, finden wir genau den wunden Punkt des anderen, damit er endlich geheilt werden kann.
Wenn wir uns einmal diesen einen bestimmten Bereich, der uns immer wieder Schmerzen zufügt, genauer betrachten - vollkommen losgelöst von der jetzigen Situation - dann erkennen wir, wie wenig diese Verletzungen mit dem Heute zu tun haben. Heute haben wir die Chance es anders zu machen. Heute können wir selbst entscheiden, wie es weiter gehen soll. Heute schreiben wir den Roman unseres Lebens neu. Heute können wir lernen, darüber zu sprechen und Missverständnisse auszuräumen. Heute können wir leichter aufeinander zu gehen.
Es wird erst dann nicht mehr weh tun, wenn wir uns dieser Herausforderung stellen und unsere negativen Gefühle zulassen. Denn dann würde uns der Schmerz nicht mehr trennen, sondern fester denn je verbinden.
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