Infos

Sie befinden sich in den Archiven der Kategorie Beruf.

Juli 2010
M D M D F S S
« Jun    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  
Kategorien

Archiv der Kategorie Beruf

Der Fortschritt fordert

Der Drang sich entwickeln zu wollen, liegt - mehr oder weniger ausgeprägt - in jedem von uns. Für mich bedeutet Ent-wicklung das langsame Entwirren und Aufdecken bisher verborgener Talente und ureigenen Wesens mit all seinen Facetten. Mein Fortschreiten - und das der anderen - fordert heraus mitzuhalten, zu überholen, sich mitnehmen zu lassen, andere zu begleiten oder mitzureißen. Auf dieser Fahrt ist es unerheblich, wer gerade führt. Es geht einzig und allein darum, überhaupt auf der Strecke zu bleiben. Wo die Reise endet, ist uns allen bekannt.

Wer etwas besser als andere können will, wird sich dementsprechend mehr anstrengen. Wer besonders schnell sein will, wird sich im Sprinten üben. Der Wettbewerb spornt uns an, mehr zu geben, als wenn wir alleine wären. So sehr wir uns durch ein Merkmal von anderen unterscheiden wollen, so sehr wir auch gewinnen wollen, was wir letztlich wirklich gewinnen, ist Selbstbewusstsein!



Freu Dich auf die nächste Krise!

Warum soll ich mich auf eine Krise freuen?
Als ich das Fußballspiel: Deutschland-Ghana sah und mit welcher Überheblichkeit wir nach dem 4:0 gegen Australien davon überzeugt waren, Weltmeister zu werden, war mir klar, dass das deutsche Fußballteam es schwer haben wird, diese Leistung aufrecht zu erhalten.  Und wer weiß, welchen Verlauf das Spiel gegen England genommen hätte , wenn es zum Ausgleich gekommen wäre ..

Wenn wir uns relativ sicher fühlen und den Sieg schon innerlich abgehakt haben, dann sind wir auch nicht mehr so engagiert und motiviert bei der Sache. Schließlich müssen wir alle mit unseren Ressourcen sparsam umgehen. Die Erfolgswelle trägt eine Zeit lang, wird dann auch wieder flacher, bis zur nächsten. In der Regel warten wir darauf, dass sie auf uns überschwappt, ergreift und wie selbstverständlich weiter bringt. Doch auch die kurzen, ruhigen Phasen dazwischen haben ihren Reiz.  Dann, wenn es nichts zu lachen gibt, kommen wir wieder auf den Boden der Tatsachen.

Auf Zeiten, in denen ich mich klein, schwach und ohnmächtig fühlte, folgten meist die schönsten Momente meines bisherigen Lebens. In dieser Phase konnte ich bitten, war dankbar für jede Hilfe und es schien auch den Personen in meinem Umfeld eine aufrichtige Freude zu machen, mich zu unterstützen. Einerseits ist der Sieg ein Gewinn, doch Krisen und Niederlagen sind gewinnbringend! Wer bei Null startet, hat nach oben alles offen. Was kann er schon verlieren? Nach einer solchen Phase kam bei mir bisher immer etwas Besseres als vorher.

Wenn wir es schaffen, eine Krise als einen Teil unseres Lebens anzunehmen, dankbar dafür sind, dass wir wieder Anlass zur Reflexion haben, dann verlieren wir nur den Schrecken und können ganz relaxt auf die nächste tragende Erfolgswelle warten ..



Selbst-wirksam, Teil I

Es ist eine wunderbare Erfahrung, wenn einem bewusst wird, was man alles kann, was man selbst erschaffen hat, ohne fremdes Zutun. Ob das nun ein genähtes Kleid, eine gute Mathearbeit oder ein gemeistertes Projekt ist, das man selbstständig leitete. Die Erkenntnis, dass man ganz aus sich selbst heraus - mit eigener Kraft - etwas Schönes und Gutes produzieren kann, erfolgreich ist bzw. leistet, steigert nicht bloß das Selbstbewusstsein, sondern motiviert und befriedigt zugleich.

Selbstwirksamkeit ist erst einmal ein Gefühl der subjektiven Kompetenz. Wie wir sie beurteilen, hängt u.a. davon ab, was uns und anderen wichtig ist. Eine Leistung wird erst zu einer, wenn wir sie bewerten. Selbst wenn es keine Noten oder Punkte gibt, so bewerten wir unsere Werke, finden sie toll oder hässlich, gelungen oder missglückt. Wenn sich dieses subjektive Gefühl durch den Vergleich mit - oder das Feedback anderer - bestätigt, schöpfen wir daraus Selbstvertrauen und Zuversicht.



Umsetzung

“Die Theorie ist die eine Seite, aber wie bitte setze ich sie in der Praxis richtig um?”  Bücher gibt es eine Menge, in denen schlaue Dinge stehen, doch noch längst nicht jeder ist als Autodidakt geboren. Ich liebe z.B. Betriebsanleitungen, darin wird immer alles so schön Schritt für Schritt beschrieben und ich würde mir wünschen, dass das auch z.B bei Schulbüchern so ist. Die Fachsprache ist zwar der Form nach korrekt, doch was nutzt sie, wenn der Laie sie nicht versteht und nachvollziehen kann? Dummies sind wir alle, solange wir etwas Bestimmtes noch nicht wissen und können. Kaum ein Schüler kann z.B. mit den Inhalten eines Mathematikbuchs wirklich etwas anfangen. Ich habe mir viele angeschaut und nur wenige sind meiner Meinung nach empfehlenswert. Manche schaffen den Spagat zwischen einer verständlichen Alltagssprache und der üblichen Schreibweise.

Andersherum kommt es vor, dass man zwar eine Regel anwenden kann, jedoch den dahinter liegenden Sinn nicht versteht. Wenn ich bisher einen Oberstufen-Schüler befragte, was er mit der Differenzialrechnung berechnet, blieb die Antwort meist aus. Sie wissen, wie man Ableitungen bestimmt und finden auch die Extrempunkte, doch was das Ganze soll, hat ihnen wohl keiner gesagt.

Aus meiner Erfahrung als Coach für Mathematik kann ich berichten, dass es durchaus Lehrer gibt, die es schaffen, gute und verständliche Anleitungen zu formulieren, die die Umsetzung erheblich erleichtern. Das sind sicher diejenigen, die sich noch an ihr eigenes Schülerdasein erinnern können. Es wäre schön, wenn genau diese auch die Lehrbücher verfassen würden ..



Selbst-verständlich

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was für Sie selbstverständlich ist? Was erwarten Sie von sich und anderen? Was klärt sich Ihrer Meinung nach von selbst? Wenn ein Verhalten zur Selbstverständlichkeit wird, schätzen wir es vielleicht immer noch genauso wie am Anfang, aber vergessen gerne, den anderen merken zu lassen, dass es uns wichtig ist und eigentlich ein Geschenk. Ob das nun die wohl gefalteten, gebügelten Hemden im Schrank sind, die nicht die Heinzelmännchen dort wohlwollend platzierten oder die Gardinenstange, die vom Partner trotz mangelnder Freizeit noch schnell montiert wurde. Diese “Kleinigkeiten” sind Gesten der Zuneigung, des Respekts und Achtung gegenüber der anderen Person. Das könnten alles auch andere erledigen. Wir würden uns keinen Zacken aus der Krone brechen, wenn wir einmal darauf achten würden, was andere für uns wie selbstverständlich tun und unsere Anerkennung zeigen würden. Ein “Danke” kann oft Wunder wirken und selbst erkaltete Herzen ein wenig wärmen ..



Wandel

Ich plane immer noch langfristig, habe Visionen, von denen ich noch Meilen entfernt bin, doch ich habe auch erfahren, dass sich die Bedingungen ändern können und damit manchmal eben auch die Ziele.

Früher, als die Kinder noch klein waren, hätte ich mir einen Partner gewünscht, der uns Drei wieder zu einer Art Ersatzfamilie komplettiert, dabei sind wir eigentlich die ganze Zeit eine Familie gewesen. Sie haben einen Vater und verbringen auch viel Zeit mit ihm, allerdings selten wir Vier zusammen. Was ich anfangs als Lücke empfand, war eigentlich nicht wirklich eine. So sehr der Vater und ich uns auch manchmal stritten, wenn wir uns ernsthaft brauchten, waren wir füreinander da. Aus meiner Sicht hat sich die Qualität unserer Beziehung sogar verbessert, auch wenn das nichts an der Tatsache ändert, dass wir kein Paar mehr sind und werden. Heute sind die Kids aus dem Gröbsten raus und daher ist auch mein Wunsch nicht mehr so groß, etwas zu wiederholen, was wir alle früher miteinander hatten: eine Bilderbuch-Familie. Denn genau das wollte ich damals nicht mehr: etwas leben, was ich nicht bin, eine Rolle spielen.

Lange Zeit suchte ich nach einem Beruf, der mich glücklich machen würde. Dabei machte ich anfangs den Fehler, zu sehr auf andere zu hören, mit Klischees im Kopf und einer Menge Vorurteilen konfrontiert, konnte das nichts werden. Die anderen sprachen immer über sich selbst, über ihre verpassten Chancen, über das, was Sie nicht geschafft hatten, wenn sie mir von etwas abrieten. Sie gaben vor mich schützen zu wollen, doch wie konnten sie das Beste für mich wollen, wenn sie meine Träume nicht respektierten? Erst als ich mich von ihren Ängsten lösen konnte - die zu den meinen geworden waren - wurde ich mutig, mein Ding zu machen. Heute renne ich nicht mehr dieser angeblichen Sicherheit hinterher, weil ich mir sicher bin, dass das was ich tue für mich richtig und andere gut ist. Das ist ein tolles Gefühl.

Vor einigen Tagen lernte ich meine neue Nachbarin kennen, sie scheint sehr nett zu sein. Früher hätte ich mir gewünscht, es gäbe jemanden wie sie, der vielleicht mal einen Abend auf die Kinder aufpasst ..



Neuanfang mit 40 plus - auch in der Liebe kein Spaziergang

Nicht nur im Beruf ist eine Umorientierung in der Lebensmitte eine große Herausforderung und raubt uns Energie und Kraft. Was sich am Anfang entweder nach großem Glück oder - wenn ungewollt - nach der großen Krise anhört, ist nicht halb so extrem, sondern eine schwierige Aufgabe, die man lösen kann. Ich weiß wovon ich schreibe, denn ich kenne den Ablauf aus eigener Erfahrung sehr gut. Sowohl beruflich, als auch privat, wagte ich einen Neuanfang und tue es immer noch. Es liest sich so leicht in Ratgebern, vielleicht besucht man auch Seminare, aber was da überall NICHT steht, ist, wie man sich dabei fühlt und wie man mit diesen Emotionen umgehen soll. Erfolg ist das Ergebnis eines guten Gefühls!

Das bedeutet, Du darfst NICHT darauf hoffen, dass sich der Erfolg einstellt, wenn Du dies oder jenes erreicht hast, sondern Du solltest versuchen, zuerst mit Dir und Deiner Umwelt zufrieden und glücklich zu sein, so, wie sie sich gerade für Dich darstellt. DAS ist die Schwierigkeit, alles andere läuft fast wie von selbst. Wenn das Gefühl stimmt, dann nutzen auch Anleitungen. Die Frage ist eher, will ich überhaupt noch eine Verbesserung, wenn ich bereits JETZT zufrieden bin?

Wenn man sich z.B. einen neuen Partner wünscht, dann ist man ja erst einmal allein. Man macht sich das Leben mit anderen Dingen schön, genießt Freiheit und Unabhängigkeit, trifft sich mit Freunden und geht zur Massage. Man kann sich auch ohne festen Freund wohlfühlen. Wenn der Wunsch danach groß genug ist, wird man sich immer wieder nach geeigneten Personen umdrehen und sie auch wahrnehmen. Man wird sich mit ihnen treffen und sich offen zeigen. Wer mit sich selbst zufrieden ist, strahlt das auch aus und wirkt damit anziehend auf andere. Ein unglücklicher Mensch dagegen, kann auf noch so viele Partys gehen, sich von allen erdenklichen Personen beraten lassen, er wird mit seinem Kummer alleine bleiben.

Was den Neuanfang im Alter erschwert, sind unsere bisherigen Erfahrungen. Wir wissen, wie es sich anfühlt verlassen zu werden bzw. zu verlieren. Wir haben das bereits etliche Male erlebt. Wir haben irgendwann vielleicht ein Muster erkannt, das wir mit unseren Gedanken auch immer wieder anziehen, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: “So - und nicht anders - wird es immer wieder laufen!”. Dabei ist das Scheitern vorprogrammiert. Es kann nur positiv verlaufen, wenn wir - wie ein Teenager - bereit sind, daran zu glauben, dass es gut wird.



Der Schmerz, der uns verbindet, ist das, was uns trennt. II

Menschen finden sich nicht ohne Grund. Ohne, dass es ihnen bewusst ist, verfolgen sie damit einen Plan oder suchen Hilfe beim anderen. Indem wir uns näher kommen, miteinander (er)leben, decken wir genau das auf, was wir am liebsten ganz weit weg vergraben hätten. Wir können es als Herausforderung für persönliches Wachstum und Heilung sehen oder einfach wegrennen und uns dieser Aufgabe entziehen.

Der Gegenüber wiederholt alte Verhaltensmuster, unter denen wir schon früher gelitten haben und wir ertappen uns dabei, wie wir genau das tun oder sagen, was wir schon immer bei einem anderen Menschen zutiefst ablehnten. Wir verfallen in Rollen unserer Eltern oder nahe stehenden Personen, die uns wichtig waren, weil wir es einfach nicht anders kennen und auch selbst davon einen Teil - sei es nun ererbt oder erlernt - in uns tragen. Ohne es bewusst zu wollen, finden wir genau den wunden Punkt des anderen, damit er endlich geheilt werden kann.

Wenn wir uns einmal diesen einen bestimmten Bereich, der uns immer wieder Schmerzen zufügt, genauer betrachten - vollkommen losgelöst von der jetzigen Situation - dann erkennen wir, wie wenig diese Verletzungen mit dem Heute zu tun haben. Heute haben wir die Chance es anders zu machen. Heute können wir selbst entscheiden, wie es weiter gehen soll. Heute schreiben wir den Roman unseres Lebens neu. Heute können wir lernen, darüber zu sprechen und Missverständnisse auszuräumen. Heute können wir leichter aufeinander zu gehen.

Es wird erst dann nicht mehr weh tun, wenn wir uns dieser Herausforderung stellen und unsere negativen Gefühle zulassen. Denn dann würde uns der Schmerz nicht mehr trennen, sondern fester denn je verbinden.



Eine Frage der Kommunikation

Die wenigsten Menschen sind mit hellseherischen Fähigkeiten auf diese Welt gekommen, noch wissen sie, wie man aus Gesichtern lesen kann und nonverbale Kommunikation richtig interpretiert. Sie hielten noch nie ein Buch über Körpersprache in Händen, wenn sie nicht gerade eine Verkäuferschulung gemacht haben. Miteinander sprechen ist keine Einbahnstraße und es erfordert in erster Linie die Bereitschaft, sich über sich selbst Gedanken zu machen, seine eigenen Ängste und Wünsche dem anderen mitteilen zu wollen. Viele Missverständnisse resultieren aber genau aus der mangelnden Bereitschaft, sich seinem Gegenüber zu öffnen. Wir wollen angreifen und uns selbst davor schützen. Dabei ist Kommunikation und auch ein Streit keine Kriegserklärung, es geht nicht um Gewinnen oder Verlieren, Recht haben oder sich behaupten. Es geht um den beidseitigen Austausch von Meinungen und Standpunkten, um das Gewinnen von Klarheit und Bewusstheit, damit es ALLEN besser geht. Wenn Sie wollen, dass es ZUSAMMEN weiter geht, dann gehen Sie einfach auf ihren Partner, Kollegen, Freund zu, achten Sie auf SEINE Art zu kommunizieren und begeben Sie sich auf SEINE Ebene, dann wird er sich auch verstanden fühlen und dasselbe für SIE tun.



Weg oder Ziel, was ist nun besser?

Der Weg hat mit einer Zeit-Spanne zu tun, das Ziel mit einem Zeit-Punkt. Der Weg eher mit Anspannung, das Ziel mit Entspannung. Auf dem Weg zu sein, bedeutet, dass etwas in Bewegung ist, im Ziel kommt diese zum Stehen. Der Weg und das Ziel sind also Gegensätze, wobei der Weg aus Punkten besteht.

Wenn Sie ein Kind erwarten, dann sind die neun, bzw. zehn Monate bis zur Entbindung mitunter ganz schön beschwerlich. Das Ziel ist eindeutig schöner; das leibliche Kind in den Armen halten zu können. Oder stellen Sie sich vor, Sie lernen für eine Prüfung, weil Sie den Abschluss unbedingt für Ihre Karriere brauchen. Es geht Ihnen dabei weniger um die Inhalte, sondern mehr um den Titel.

Es gibt aber auch den Fall, dass einem der Weg fast mehr bedeutet, als das Ankommen. Wenn meine Erfüllung immer bloß im schnellstmöglichen Erreichen eines Zieles läge, dann würde ich viel Schönes verpassen. Denn in der Regel liebe ich das, was ich tue. Ich genieße das Auf und Ab, die Wellen, die mich mitreißen, tragen und vorantreiben. Meine Neugierde ist die Motivation dazu lernen zu wollen und der Genuss am Erleben lässt mich die Dinge in viele, kleine Einheiten aufteilen, damit ich auch ja lange genug davon habe.

Unsere Leistungsgesellschaft kennt nur den ersten Fall. Wir sind schon dermaßen von diesem Wachstums-Virus infiziert, dass wir kaum mehr im Stande sind, anzuhalten und inne zu halten. Es geht nicht mehr ums Laufen, sondern ums Ankommen, um die Anerkennung des Siegers, um Lorbeeren, Preise und Belohnung. Kein Wunder, dass wir dabei schnell ausbrennen, dass unsere Energie keinen Nachschub bekommt.

Wer nur wegen der Belohnung Strapazen in Kauf nimmt, leidet viel länger, als derjenige, der sich auch am Weg erfreut und sich immer mal wieder eine Pause gönnt.