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21.7.2010 von sabina voice.
Was kommt Ihnen bei dieser Überschrift in den Sinn? Fühlen Sie sich davon unangenehm berührt? Denken Sie dabei z.B. an ungeklärte Fälle oder Unwissenheit? “Wer fragt, der führt!”, höre ich immer wieder. Das sollte man Schülern erzählen. Bei Kindern scheint die Auffassung eine andere zu sein: Wer fragt, zeigt Schwäche.
Meine Generation wuchs noch mit dem Slogan der “Sesamstraße” auf: “wer? wie? was? - wieso? weshalb? warum? - wer nicht fragt, bleibt dumm!” Wenn ich meine Schüler dazu ermutige im Unterricht Fragen zu stellen, dann schauen sie mich überrascht an und antworten mir, dass das nichts bringe. Sie zitieren den entsprechenden Lehrer, der nicht doppelt und dreifach erklären will oder dem Schüler sogar unterstellt, dass er nicht aufpasse. Man scheint unsere Kinder in der Schule nicht gerade dazu anzuleiten, Fragen zu formulieren, noch bespricht man mit ihnen, wie das überhaupt geht. Ich dachte immer, genau dafür sei man in der Schule; um für das Leben zu lernen!
Dabei wird von Lehrerseite oft die mangelhafte Mitarbeit der Schüler kritisiert. Ich frage mich manchmal, ob in der heutigen Zeit genau diese Interaktion überhaupt erwünscht ist? Stellen Sie sich einmal vor, die Schüler würden das “aktive Zuhören” beherrschen und den Lehrer ständig fordern: “Habe ich Sie da richtig verstanden Herr Müller, man multipliziert beim Erweitern den Zähler und den Nenner mit der selben Zahl?” Das wäre ein Spaß, da wäre ich gerne mal Mäuschen.
Wie man Fragen sinnvoll formuliert - ob geschlossen oder offen, informierend, motivierend, provozierend oder kontrollierend - sollte man irgendwo lernen und üben können. Es lohnt sich, auch für Erwachsene!
Geschrieben in Relationship, Soziales, Lösung, Neue Wege, Mathematik, Kinder, Kommunikation, Lernen, Beobachtungen | Drucken | Keine Kommentare »