Wie sehr ich das doch liebe: kleine, feine Geschäfte, wo der Inhaber selbst bedient, Kaffee und Kekse gereicht werden, während man vielleicht gerade in das nächste Outfit schlüpft oder auf die kommende Gaumenfreude wartet. Ich bin ein absoluter Fan dieser persönlichen Verkaufskultur und fahre etliche Kilometer, wenn es sein muss, um mich an dem erlesenen Angebot der Menschen, die es wissen müssen, zu erfreuen. Vielleicht ist das so, weil ich selbst einer von diesen bin und es erspart mir Zeit und Frust, wenn ich mich mit einer kleinen Auswahl zufrieden gebe, die zu mir passt. Eine Wahl zu haben, ist schön und macht glücklich, ein Überangebot dagegen, lässt uns eher verzweifeln.
Und wer sagt, dass man immer etwas finden muss? Ich kenne Menschen, die irren den lieben langen Tag in der Stadt herum, wollen unbedingt mit etwas Neuem nach Hause kommen und kaufen dann irgendetwas ein, bloß damit sie etwas haben. Ob sie damit dann glücklich sind, steht auf einem anderen Blatt. Zuhause türmen sich die Schuh- und Klamottenberge, der Keller ist so voll, dass man gar nicht mehr weiß, was man da überhaupt mal heim geschleppt hat. Konsum macht nicht zwingend froh. Das scheint mancher zu vergessen, wenn er auf der Suche ist.
Wenn die unbewussten Wünsche mit den bewussten übereinstimmen, dann zieht man das Passende einfach an, dann bedarf es keiner großen Suche, es kommt fast von alleine. Wenn ich mir also bewusst mache, was ich eigentlich wirklich damit beabsichtige, dieses oder jenes zu besitzen, dann wird meine Wahl auch im gleichen Maße zutreffend sein. Soll es mir einfach gefallen und gut tun? Will ich jemanden damit beeindrucken? Was ist das dahinter liegende Bedürfnis? Wer bin ich, wenn ich es habe oder genieße?
Wer auch immer diese “Tante Emma” ist, die jenen Laden führt, in dem ich gerne bin und einkaufe - sie oder er, muss mir irgendwie ähnlich sein .. ![]()