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29.5.2010 von sabina voice.
Ich plane immer noch langfristig, habe Visionen, von denen ich noch Meilen entfernt bin, doch ich habe auch erfahren, dass sich die Bedingungen ändern können und damit manchmal eben auch die Ziele.
Früher, als die Kinder noch klein waren, hätte ich mir einen Partner gewünscht, der uns Drei wieder zu einer Art Ersatzfamilie komplettiert, dabei sind wir eigentlich die ganze Zeit eine Familie gewesen. Sie haben einen Vater und verbringen auch viel Zeit mit ihm, allerdings selten wir Vier zusammen. Was ich anfangs als Lücke empfand, war eigentlich nicht wirklich eine. So sehr der Vater und ich uns auch manchmal stritten, wenn wir uns ernsthaft brauchten, waren wir füreinander da. Aus meiner Sicht hat sich die Qualität unserer Beziehung sogar verbessert, auch wenn das nichts an der Tatsache ändert, dass wir kein Paar mehr sind und werden. Heute sind die Kids aus dem Gröbsten raus und daher ist auch mein Wunsch nicht mehr so groß, etwas zu wiederholen, was wir alle früher miteinander hatten: eine Bilderbuch-Familie. Denn genau das wollte ich damals nicht mehr: etwas leben, was ich nicht bin, eine Rolle spielen.
Lange Zeit suchte ich nach einem Beruf, der mich glücklich machen würde. Dabei machte ich anfangs den Fehler, zu sehr auf andere zu hören, mit Klischees im Kopf und einer Menge Vorurteilen konfrontiert, konnte das nichts werden. Die anderen sprachen immer über sich selbst, über ihre verpassten Chancen, über das, was Sie nicht geschafft hatten, wenn sie mir von etwas abrieten. Sie gaben vor mich schützen zu wollen, doch wie konnten sie das Beste für mich wollen, wenn sie meine Träume nicht respektierten? Erst als ich mich von ihren Ängsten lösen konnte - die zu den meinen geworden waren - wurde ich mutig, mein Ding zu machen. Heute renne ich nicht mehr dieser angeblichen Sicherheit hinterher, weil ich mir sicher bin, dass das was ich tue für mich richtig und andere gut ist. Das ist ein tolles Gefühl.
Vor einigen Tagen lernte ich meine neue Nachbarin kennen, sie scheint sehr nett zu sein. Früher hätte ich mir gewünscht, es gäbe jemanden wie sie, der vielleicht mal einen Abend auf die Kinder aufpasst ..
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21.5.2010 von sabina voice.
‘”Nominalisierungen”, “Modaloperatoren der Möglichkeit”, “Kausalitäten”, sind Begriffe aus der Welt der Sprache, doch wer weiß schon so genau, was sie bedeuten?
“Nominalisierung” beschreibt die Bildung von Substantiven aus anderen Wortarten. Wikipedia meint dazu: “… Durch die Möglichkeit der Substantivierung wird die Darstellung und Aufnahme von Sachverhalten beeinflusst. … Substantivierung dient unter anderem dazu, ein Wort objektiver erscheinen zu lassen, so dass es unabhängig von einer konkreten handelnden Person erscheint.”
Nomen, wie “Wachstum” und “Erfolg” lassen Raum für eigene Interpretationen von Prozessen, die damit verbunden sein könnten, sie aber nicht wirklich beschreiben. Wir lesen sie auf Werbeplakaten und Politiker benutzen sie gerne in ihren Reden. Sie gehören - genauso wie Bewertungen - zu den “Tilgungen“, weil wesentliche Informationen fehlen (”Wer sagt das?”) oder unkonkret sind (”Was ist die genaue Bedeutung?”).
Auch die so genannten: “Modaloperatoren der Möglichkeit und der Notwendigkeit” lassen uns glauben, es sei irgendetwas generell so. Neben der “Verallgemeinerung” (”Ohne Fleiß keinen Preis”), schwingt entweder ein: “Ich könnte..” oder “Ich müsste..” mit. Von meinen Schülern kenne ich z.B. die Aussagen: “Ich bin dumm, ich lerne das nie!” oder “Ich muss mehr lernen, sonst bleibe ich sitzen.” nur zu gut. Diese Sätze werden selten hinterfragt.
“Kausalitäten” stellen falsche Verknüpfungen zwischen Ursache und Wirkung her. Wenn Ihnen jemand sagt, dass SIE ihn wütend machen, dann liegt das nicht an Ihrer Person, sondern daran, dass Sie etwas beim anderen auslösen. Das wiederum ist auf eine Erfahrung des Senders der Botschaft zurückzuführen und könnte mit: “Womit bewirke ich das?” erfragt werden.
Was Milton Erickson - einer der innovativsten Psychotherapeuten seiner Zeit - erkannte, wird auch heute nicht nur in der Werbung umgesetzt. Man kann diese Kenntnisse dazu nutzen, sie bei anderen zu entlarven, zu entwirren und in Frage zu stellen. Wenn man Sprachmuster erkennt und sie anders benutzt, verändert sich dadurch auch die Reaktionsweise unserer Umwelt. In unserem Gehirn werden - bei konsequenter Anwendung - neuronale Ensembles umstrukturiert und auch wir verändern uns.
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16.5.2010 von sabina voice.
Nicht nur im Beruf ist eine Umorientierung in der Lebensmitte eine große Herausforderung und raubt uns Energie und Kraft. Was sich am Anfang entweder nach großem Glück oder - wenn ungewollt - nach der großen Krise anhört, ist nicht halb so extrem, sondern eine schwierige Aufgabe, die man lösen kann. Ich weiß wovon ich schreibe, denn ich kenne den Ablauf aus eigener Erfahrung sehr gut. Sowohl beruflich, als auch privat, wagte ich einen Neuanfang und tue es immer noch. Es liest sich so leicht in Ratgebern, vielleicht besucht man auch Seminare, aber was da überall NICHT steht, ist, wie man sich dabei fühlt und wie man mit diesen Emotionen umgehen soll. Erfolg ist das Ergebnis eines guten Gefühls!
Das bedeutet, Du darfst NICHT darauf hoffen, dass sich der Erfolg einstellt, wenn Du dies oder jenes erreicht hast, sondern Du solltest versuchen, zuerst mit Dir und Deiner Umwelt zufrieden und glücklich zu sein, so, wie sie sich gerade für Dich darstellt. DAS ist die Schwierigkeit, alles andere läuft fast wie von selbst. Wenn das Gefühl stimmt, dann nutzen auch Anleitungen. Die Frage ist eher, will ich überhaupt noch eine Verbesserung, wenn ich bereits JETZT zufrieden bin?
Wenn man sich z.B. einen neuen Partner wünscht, dann ist man ja erst einmal allein. Man macht sich das Leben mit anderen Dingen schön, genießt Freiheit und Unabhängigkeit, trifft sich mit Freunden und geht zur Massage. Man kann sich auch ohne festen Freund wohlfühlen. Wenn der Wunsch danach groß genug ist, wird man sich immer wieder nach geeigneten Personen umdrehen und sie auch wahrnehmen. Man wird sich mit ihnen treffen und sich offen zeigen. Wer mit sich selbst zufrieden ist, strahlt das auch aus und wirkt damit anziehend auf andere. Ein unglücklicher Mensch dagegen, kann auf noch so viele Partys gehen, sich von allen erdenklichen Personen beraten lassen, er wird mit seinem Kummer alleine bleiben.
Was den Neuanfang im Alter erschwert, sind unsere bisherigen Erfahrungen. Wir wissen, wie es sich anfühlt verlassen zu werden bzw. zu verlieren. Wir haben das bereits etliche Male erlebt. Wir haben irgendwann vielleicht ein Muster erkannt, das wir mit unseren Gedanken auch immer wieder anziehen, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: “So - und nicht anders - wird es immer wieder laufen!”. Dabei ist das Scheitern vorprogrammiert. Es kann nur positiv verlaufen, wenn wir - wie ein Teenager - bereit sind, daran zu glauben, dass es gut wird.
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13.5.2010 von sabina voice.
Menschen finden sich nicht ohne Grund. Ohne, dass es ihnen bewusst ist, verfolgen sie damit einen Plan oder suchen Hilfe beim anderen. Indem wir uns näher kommen, miteinander (er)leben, decken wir genau das auf, was wir am liebsten ganz weit weg vergraben hätten. Wir können es als Herausforderung für persönliches Wachstum und Heilung sehen oder einfach wegrennen und uns dieser Aufgabe entziehen.
Der Gegenüber wiederholt alte Verhaltensmuster, unter denen wir schon früher gelitten haben und wir ertappen uns dabei, wie wir genau das tun oder sagen, was wir schon immer bei einem anderen Menschen zutiefst ablehnten. Wir verfallen in Rollen unserer Eltern oder nahe stehenden Personen, die uns wichtig waren, weil wir es einfach nicht anders kennen und auch selbst davon einen Teil - sei es nun ererbt oder erlernt - in uns tragen. Ohne es bewusst zu wollen, finden wir genau den wunden Punkt des anderen, damit er endlich geheilt werden kann.
Wenn wir uns einmal diesen einen bestimmten Bereich, der uns immer wieder Schmerzen zufügt, genauer betrachten - vollkommen losgelöst von der jetzigen Situation - dann erkennen wir, wie wenig diese Verletzungen mit dem Heute zu tun haben. Heute haben wir die Chance es anders zu machen. Heute können wir selbst entscheiden, wie es weiter gehen soll. Heute schreiben wir den Roman unseres Lebens neu. Heute können wir lernen, darüber zu sprechen und Missverständnisse auszuräumen. Heute können wir leichter aufeinander zu gehen.
Es wird erst dann nicht mehr weh tun, wenn wir uns dieser Herausforderung stellen und unsere negativen Gefühle zulassen. Denn dann würde uns der Schmerz nicht mehr trennen, sondern fester denn je verbinden.
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10.5.2010 von sabina voice.
Die wenigsten Menschen sind mit hellseherischen Fähigkeiten auf diese Welt gekommen, noch wissen sie, wie man aus Gesichtern lesen kann und nonverbale Kommunikation richtig interpretiert. Sie hielten noch nie ein Buch über Körpersprache in Händen, wenn sie nicht gerade eine Verkäuferschulung gemacht haben. Miteinander sprechen ist keine Einbahnstraße und es erfordert in erster Linie die Bereitschaft, sich über sich selbst Gedanken zu machen, seine eigenen Ängste und Wünsche dem anderen mitteilen zu wollen. Viele Missverständnisse resultieren aber genau aus der mangelnden Bereitschaft, sich seinem Gegenüber zu öffnen. Wir wollen angreifen und uns selbst davor schützen. Dabei ist Kommunikation und auch ein Streit keine Kriegserklärung, es geht nicht um Gewinnen oder Verlieren, Recht haben oder sich behaupten. Es geht um den beidseitigen Austausch von Meinungen und Standpunkten, um das Gewinnen von Klarheit und Bewusstheit, damit es ALLEN besser geht. Wenn Sie wollen, dass es ZUSAMMEN weiter geht, dann gehen Sie einfach auf ihren Partner, Kollegen, Freund zu, achten Sie auf SEINE Art zu kommunizieren und begeben Sie sich auf SEINE Ebene, dann wird er sich auch verstanden fühlen und dasselbe für SIE tun.
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3.5.2010 von sabina voice.
Musik erreicht unser Unbewusstes, mit ihr drücken wir aus, was uns bewegt. Dazu gehören Ängste, Wut und verdrängte Wünsche genauso, wie Freude und Liebe. Selbst wenn Sie den Text nicht verstehen, sie spüren worum es geht. Wenn man wissen will, was die Menschen eines Jahrzehnts bewegt hat, dann braucht man bloß der Musik dieser Phase lauschen. Die Künstler, die der Masse aus der Seele sprechen, werden erfolgreich, vorausgesetzt es ist ihnen wichtig, dass ihre Botschaft gehört wird. Wir können nichts wachsen lassen, wenn es keinen Boden findet, da kann man noch so viele Samenkörner verteilen.
Erfolgreiche Musikmanager sind in erster Linie gute Marktforscher. Sie haben Zahlen und ein Gespür für die Belange ihrer Zielgruppe. Heutzutage z.B. ist Individualität hoch im Kurs, man ist sensibler als früher und möchte sich unbedingt selbst verwirklichen. Das alles verkörpern die Stars des Mainstreams. Wahre Typen sind gefragt, Besonderheiten, sensibel, voller Gegensätze und ein bisschen aufmüpfig, so wie die jungen Wilden, die gerade in der Pubertät sind. Stars sind unsere Vorbilder, sie sollen das leben (können), was wir auch gerne täten. Das ist selbst im erwachsenen Alter noch so.
Heute ist das Leben einerseits einfacher, aber auch schwerer als früher. Es wird mehr von unserer Jugend erwartet und dabei haben sie kaum Gelegenheit sich im Scheitern zu üben, denn auch das muss gelernt sein. Sie können schon früh viel, doch wissen sie nicht wofür. Sie lieben sich früher - mit dem Körper. Sie bräuchten die Stärke und fühlen sich dabei doch noch so schwach. Es hat kaum mehr einer Zeit, ihnen den Halt zu geben, den sie bräuchten. So treiben viele mehr oder weniger ziellos dahin. Hier steht genau, worum es geht, einfach mal die Liedtexte lesen und verstehen: SWR3 Lyrics.
Interessante Lektüre zum Freizeitverhalten und wie die Jugend tickt: Silke Borgstedt/Marc Calmbach: Vernetzt - Verplant - Verschieden
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