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April 2010
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Archive für April 2010

Vollkommen - langweilig

Früher dachte ich, alles müsse perfekt sein, irgendwie vollkommen. Heute finde ich Vollkommenheit langweilig. Es liegt wohl auch an der Gelassenheit des Alters, dass man als Mitt-Vierzigerin nicht mehr nach dem Nonplusultra strebt, ganz im Gegenteil! Ich mag, wenn die Dinge unvollkommen sind, denn dann kann sich immer noch etwas verändern. Man muss sich auch nicht mehr beweisen, dass man etwas erreichen kann, man weiß es und auch wie, wenn es einem wichtig ist.

Vielleicht ist es auch die Versöhnung mit dem Altern, dass man die Unvollkommenheit lieben lernt. Wenn die Haut schon nicht mehr so gespannt ist wie früher, sondern langsam anfängt zu knittern, dann erklärt man eben den Knitter-Look als etwas ganz Besonderes.  Dieses “Umdeuten” ist ein probates Mittel, auf eine veränderte Situation zu reagieren, damit man sich wohler fühlt.

Auch die Medien haben diesen Trend schon lange erkannt und zeigen uns nicht mehr nur die vollkommenen Schönheiten, sondern Menschen wie  Du und ich. So ein Modell gleiches Wesen ist zwar schön anzusehen, aber wer will schon wirklich damit leben? Was soll man da entdecken können? Und wir wissen heute doch auch alle, wie Schönheiten zu solchen gemacht werden.

Ecken und Kanten, kleine Fehler, machen uns zu unverwechselbaren Individuen! 




Weg oder Ziel, was ist nun besser?

Der Weg hat mit einer Zeit-Spanne zu tun, das Ziel mit einem Zeit-Punkt. Der Weg eher mit Anspannung, das Ziel mit Entspannung. Auf dem Weg zu sein, bedeutet, dass etwas in Bewegung ist, im Ziel kommt diese zum Stehen. Der Weg und das Ziel sind also Gegensätze, wobei der Weg aus Punkten besteht.

Wenn Sie ein Kind erwarten, dann sind die neun, bzw. zehn Monate bis zur Entbindung mitunter ganz schön beschwerlich. Das Ziel ist eindeutig schöner; das leibliche Kind in den Armen halten zu können. Oder stellen Sie sich vor, Sie lernen für eine Prüfung, weil Sie den Abschluss unbedingt für Ihre Karriere brauchen. Es geht Ihnen dabei weniger um die Inhalte, sondern mehr um den Titel.

Es gibt aber auch den Fall, dass einem der Weg fast mehr bedeutet, als das Ankommen. Wenn meine Erfüllung immer bloß im schnellstmöglichen Erreichen eines Zieles läge, dann würde ich viel Schönes verpassen. Denn in der Regel liebe ich das, was ich tue. Ich genieße das Auf und Ab, die Wellen, die mich mitreißen, tragen und vorantreiben. Meine Neugierde ist die Motivation dazu lernen zu wollen und der Genuss am Erleben lässt mich die Dinge in viele, kleine Einheiten aufteilen, damit ich auch ja lange genug davon habe.

Unsere Leistungsgesellschaft kennt nur den ersten Fall. Wir sind schon dermaßen von diesem Wachstums-Virus infiziert, dass wir kaum mehr im Stande sind, anzuhalten und inne zu halten. Es geht nicht mehr ums Laufen, sondern ums Ankommen, um die Anerkennung des Siegers, um Lorbeeren, Preise und Belohnung. Kein Wunder, dass wir dabei schnell ausbrennen, dass unsere Energie keinen Nachschub bekommt.

Wer nur wegen der Belohnung Strapazen in Kauf nimmt, leidet viel länger, als derjenige, der sich auch am Weg erfreut und sich immer mal wieder eine Pause gönnt.



Das “Anders-Sein” als Chance begreifen .. TEIL II

Wenn wir uns einen Partner (aus)suchen, dann nicht selten jemanden, der genau DAS hat, was wir nicht haben. Mit ihm haben wir das Gefühl eins zu sein und unser Selbst zu komplettieren. Was am Anfang nach dem großen Glück aussieht, entpuppt sich später als große Herausforderung. Dieser Verlauf - einer sich anbahnenden Beziehung - ist vollkommen normal, doch manche scheitern bereits an der ersten Hürde.

Wenn wir einem Menschen näher kommen, dann ist das ein Prozess. Wir gehen Schritt für Schritt auf ihn zu. Unbewusst haben wir uns für den Richtigen entschieden, weil wir eigentlich gerne ein bisschen so wären, wie er oder sie. Und tatsächlich schlummert in uns genau DAS, was wir in dem anderen sehen bzw. zu erkennen glauben. Es liegt dort aber brach, wie ein ungenutztes Stück Holz, das man in die hinterste Ecke geschoben hat. Und auch das nicht ohne triftigen Grund.

Wir lehnen diese Teile in uns ab, weil wir sie entweder mit einem traumatischen Erlebnis verbinden oder weil andere, die genauso waren, uns damit Schmerzen zufügten. Nicht selten waren das Menschen, die uns sehr nahe standen oder immer noch stehen. Wir kompensieren diese Seiten entweder mit einem gegensätzlichen Verhalten oder laufen einfach davon. Wenn wir unseren Spiegel zuhängen, dann nehmen wir uns die größte Chance, wieder mit uns selbst ins Reine zu kommen.

Wir werden nicht MIT einem anderen Menschen wieder ein Ganzes, sondern daDURCH, dass wir die fehlende Hälfte im anderen wiedererkennen, uns mit ihr versöhnen und sie als einen Teil von uns annehmen lernen.



Erst wissen Sie, was Sie NICHT wollen ..

Ich nenne es den Pendel-Prozess:
Stellen Sie sich eine Situation vor, die sie als unangenehm empfinden und gerne verändern würden. Sicher haben Sie dazu gleich Bilder im Kopf oder es kommen Ihnen bestimmte Wörter in den Sinn. Nehmen Sie nun ein Blatt Papier und zeichnen Sie eine Linie entlang der Mitte. Auf die linke Seite schreiben Sie genau diese Wörter oder/und malen diese Bilder, alles was Ihnen dazu einfällt. Adjektive und Adverbien sind dazu bestens geeignet das WIE zu beschreiben, Substantive das WAS. Das können Situationen aus dem beruflichen Alltag, aus dem partnerschaftlichen Bereich (auch mit dem geschiedenen Partner) oder im Umgang mit Ihren Kindern usw. sein. Wichtig ist, dass Sie spontan diese Seite ausfüllen. Haben Sie schon angefangen? Legen Sie, vor dem Weiterlesen, los. Es dauert nur 10 Minuten ..

Gut! Nun falten Sie diesen Teil des Blattes nach hinten. Es sollte nur noch die unbeschriftete Seite des Papiers vor Ihnen auf dem Tisch liegen. Was kommt wohl auf diese Seite? Das erscheint Ihnen sicher einleuchtend. Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Möglichkeit Dinge zu verändern, eine Fee würde Ihnen alles ermöglichen, was Sie sich wünschen. Betrachten Sie nun noch einmal, vor Ihrem inneren Auge, diese zuvor beschriebene Situation. Wie würde sie dann aussehen? Was fällt Ihnen dazu ein? Schreiben Sie es auch auf und malen Sie, wie ein kleines Kind, Bilder. Tun Sie es einfach, ohne großes “wenn” und “aber”.. Fertig?

Klappen Sie nun die umgelegte Seite wieder zurück und schauen Sie sich das Kunstwerk an. Sie haben nun bildlich vor Augen, was Sie NICHT (mehr) WOLLEN und was Sie - Ihrer Meinung nach - wollen. Trifft es zu, dass Sie auf der rechten Seite genau das Gegenteil der linken Seite stehen oder gezeichnet haben? Ja? Mich würde es nicht wundern. Vielleicht sind Sie sogar schon dabei, genau das umzusetzen und stecken schon in den Startlöchern.  Sicher werden Sie, aufgrund mangelnder Kenntnisse über die andere Seite der Medaille, erst einmal das BEKANNTE VERMEIDEN wollen und zum Gegenteil tendieren. Beispiele:

  • “Ich will nicht mehr dick sein, sondern dünn.”
  • “Ich möchte keine feste Bindung mehr, sondern frei sein.”
  • Mein Chef würdigt meine Arbeit nicht, am besten werde ich mein eigener Chef.”
  • “Ich habe immer Schulden, ich möchte auch mal reich sein.”
  • “Ich muss immer so viel arbeiten, ich möchte auch mal nur den Haushalt machen müssen und auf die Kinder aufpassen.” usw.

Sie werden schnell bemerken, dass das andere EXTREM auch nicht viel besser ist, als das, das Sie schon kennen. Es wird andere Nachteile haben, die Sie vielleicht schon erahnen, aber eben NOCH NICHT FÜHLEN können. Und genau darum geht es, um GEFÜHLE! Man kann kein Gefühl vorweg nehmen. Wissen Sie, wie sich ein Krebspatient fühlt? Können Sie sich vorstellen, wie sich Eltern um ihr Kind sorgen oder wie es ist, ein Star zu sein, wenn Sie gesund, kinderlos und “normal” sind? Sich in andere einfühlen zu können ist eine Gabe und trotzdem immer nur eine bescheidene Annäherung an die individuelle Realität.

Wir tun also meistens unbewusst nichts anderes, als uns EINPENDELN. Indem wir uns erst einmal in die konträre Situation begeben, begreifen wir sie auch vollständig. Wir erkennen die Vor- und Nachteile der neuen Verhältnisse und bewegen uns wieder zurück. Dabei werden die Pendelausschläge immer kleiner. Da muss man nicht mehr Millionär werden, sondern es reicht schon ein regelmäßiges Einkommen und ein verändertes Geld-Ausgabe-Verhalten aus. Dieser PENDEL-PROZESS läuft wie von selbst ab. So wie die Schwerkraft bewirkt, dass das Pendel irgendwann stehen bleibt, so finden wir auch - irgendwann - unsere Balance. Nur wer seine Grenzen kennt, kann die Mitte finden.

Im Leben können Sie bestimmen, wie lange Sie auf der anderen Seite verweilen wollen. Das Pendel kann das nicht. Dabei könnte es vielleicht schon reichen, mal kurz in den gewünschten Zustand hineinzuschnuppern. Wenn wir z.B. krank werden, erinnern wir uns daran, dass wir doch nicht so unabhängig sind, wie wir dachten, fühlen uns hilflos und allein. Ein Praktikum in einem anderen Betrieb kann den Wunsch nach einem anderen Beruf schnell verblassen lassen. Auch der ROLLENTAUSCH ist ein probates Mittel, die andere Seite zu ERLEBEN. Vieles relativiert sich mit der Zeit und nicht immer sollte man eingreifen. Jeder Eingriff von außen ist auch eine Störung des Systems. Fragen Sie Eltern ..

Ein Coach kann Ihnen diese Erfahrungen auch nicht vorweg nehmen. Er kann Ihnen aber dabei helfen, das Pendel in Schwung zu bekommen.



Verlassen Sie sich drauf!

Sie gehören zu den vernünftigen Menschen? Sie lassen sich nicht von Ihren Gefühlen leiten? Wenn Sie erst einmal darauf vertrauen, dass alles was Ihnen begegnet; alles, was Sie sehen, fühlen, schmecken, riechen, genau das ist, was Sie wollen - allerdings noch unbewusst - dann werden Sie verstehen, warum Nachdenken nicht unbedingt zum Ziel führt. Wenn Sie nämlich alles irgendwie erklären wollen und für alles was Sie tun eine Rechtfertigung suchen, dann (ver)trauen Sie sich selbst nicht und kommen in einen Konflikt. Dabei wäre es so einfach, sich in die Hände unseres Seins fallen zu lassen.

Stellen Sie sich einfach vor, dass da jemand permanent hinter Ihnen steht, der Sie auffängt. Wäre das nicht ein tolles Gefühl? Es gibt da etwas, das Sie begleitet und hält. Bräuchten Sie dann noch die gedankliche Versicherung? Es liegt nicht daran, dass es dieses “etwas” nicht gibt, es liegt ganz alleine daran, dass wir nicht mehr daran glauben! Fliegen können Sie deshalb immer noch nicht, aber vor Glückseeligkeit schweben!



Warum Frauen “bad boys” lieben

Eigentlich ist es schnell erklärt, warum sich Frauen so gerne und leider auch immer wieder in die Falschen verlieben. Die “bad boys” strahlen nach außen hin Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein aus, die seit je her anziehend wirken. Sie signalisieren uns, dass sie uns nicht brauchen und das tun sie auch nicht, weil sie ihre oberflächlichen Beziehungen auf mehrere Personen verteilen. Eine enge emotionale Bindung würden sie gar nicht erst wagen, denn dann wären auch sie verletzbar. Sie müssten uns daher eher leid tun, doch so einfach kommen auch wir nicht davon.

Wenn man es genau nimmt, waren viele von uns auch schon mal so ein “bad boy”. Dann nämlich, wenn uns unsere persönlichen Erfahrungen dazu gemacht haben. Wenn wir aus altem Verlust-Schmerz den Mut zu einer neuen, guten Partnerschaft verloren haben. Eine Medaille hat bekanntlich zwei Seiten und dazu gehören wir eben auch selbst, nicht bloß die anderen. Wir sollten uns eher fragen, warum wir solche Menschen (immer noch) anziehen. Vielleicht sind wir einfach noch nicht bereit …  oder uns dessen noch nicht bewusst? 



Prüfung: Ein Term mit vielen Variablen (Teil 1)

Wann waren Sie zum letzten Mal in einer Prüfungssituation? Ihr Schulabschluss ist Jahrzehnte her, der “Lappen” würde vielen wieder durch die Lappen gehen, wenn sie die Führerscheinprüfung wiederholen müssten. Bis auf die Akkordarbeiter weiß wohl kaum noch einer von uns Erwachsenen was es heißt, unter Zeitdruck und ständiger Aufsicht gute Leistung zu erbringen. Doch genau DAS erwarten wir von unseren Kindern. SIE sollen all das können und erreichen, was WIR NICHT schaff(t)en.

Dabei ist das Gelingen einer schriftlichen Prüfung - z.B. eine Klassenarbeit in Mathematik - ein Term mit vielen Unbekannten. Es fängt bereits mit der situativen, mentalen Kondition an. Seien Sie noch einmal ein Kind und erinnern Sie sich an damals, als Sie schon mit einem mulmigen Gefühl in die Schule gingen. Wissen Sie noch wie Sie sich fühlten, wenn Sie das DIN A4-Blatt plötzlich vor Augen hatten? Überall Text, überall Fragezeichen, überall Lücken, die SIE füllen sollten, während die Uhr tickte! Nicht nur der Puls geriet ins Schleudern, man hatte förmlich das Gefühl, alle Ressourcen seien überall, bloß nicht dort, wo sie gebraucht werden, im Kopf und in den Händen.

Schauen Sie sich doch bitte die nächste Arbeit Ihrer Tochter/Sohn genauer an: Manche Lehrer verstehen es dermaßen gut, die Kids mit vielen unbekannten Zeichen und Begriffen zu verunsichern. SIE wissen sicher was ein Darlehen ist, ein(e) Dreizehnjährige(r) kommt eher selten in die Situation, einen Hausbau zu finanzieren. Wenn Sie nach Sichten der ersten Fragestellung schon nicht wissen wie es geht, werden Sie glauben, alles andere müsse noch schlimmer sein und schon ist die Blockade da! Da können Sie im Vorfeld noch so viel geübt haben. Bloß die “Coolen” machen weiter. Einen kühlen Kopf behalten und auf das Wesentliche konzentrieren, ist eine Fähigkeit, die nichts mit dem Stoff selbst zu tun hat. Das hat man irgendwann gelernt oder eben (noch) nicht. Und das ist leider noch nicht alles. Mehr dazu im zweiten Teil ..



Das “Anders-Sein” als Chance begreifen ..

Viele Beziehungskonflikte im Leben, ob beruflich oder privat, sind auf unterschiedliche Persönlichkeiten zurückzuführen, die aufeinander treffen. Man selbst kann sich manchmal kaum vorstellen, wie anders andere “ticken” können.

Ein Freund von mir - den ich sehr schätze und liebe - will immer alles kurz und prägnant formuliert haben. Ihn langweilen meine ausschweifenden Beziehungsfragen und philosophischen Ergüsse. Er liebt es, wenn ich den Mund halte, und ihm einfach nur zuhöre. Er ist ein klassischer Tüftler, kann nächtelang an Details arbeiten, sucht perfektionistisch nach dem Optimum, selbst wenn man das Haus abreißen würde, in dem er wohnt. Er ist die Ruhe selbst - nach außen hin, kann meine Stimmungen überhaupt nicht nachvollziehen - weil er dafür keine Antennen hat - und liebt seine Freiheit über alles. Er denkt logisch, nähert sich Schritt für Schritt seinem Ziel, hat dabei alle Geduld der Welt und führt alles was er anfängt auch zu Ende. Er könnte mir heute noch sagen, wie der Weg aussah, den wir vor Jahren zum ersten Mal gingen. Er könnte mir sagen, wonach es damals roch, ob die Schafherde Junge hatte, welche Wolken am Himmel zu sehen waren, kurz: Er ist das genaue GEGENTEIL VON MIR!

Da ich nun mal ein Mensch bin, der gerne etwas von anderen lernt, der Neues entdecken will, der immerzu Input braucht, kam mir dieser Typ gerade recht, doch mit ihm auszukommen und ihn zu verstehen, daran wäre ich fast gescheitert. Anfangs wollte ich ihn verbiegen, ihm meine Art und Weise näher bringen, ihn davon überzeugen, dass ICH richtig liege. Das versuchte er auch mit mir und der Machtkampf begann. Heute kommt mir das ziemlich dumm vor, denn das konnte nicht gut gehen. Außerdem finde ich ja viele Eigenschaften von ihm auch sehr positiv und nützlich und ich wäre insgeheim froh, ein bisschen davon zu haben. Ich fühlte zwar, dass es für mich irgendwie sinnvoll sein würde, einem solchen Mann begegnet zu sein, doch es war lange Zeit eine Quälerei für uns beide. Wir haben nur eine kleine Schnittmenge, die wir leben können und doch haben wir auch voneinander gelernt und ich wäre heute in einigen Dingen längst nicht so erfolgreich, wenn ich mir nicht etwas von ihm abgeschaut hätte. Ich bin ruhiger geworden, introvertierter, weniger impulsiv, logischer und kann jetzt auch mal ein bisschen Chaos aushalten. Ich weiß heute, dass ER EBEN SO IST, wie er ist und das ist auch gut so. Ich glaube, er fand so manche Aufregung meinerseits auch nicht so schlimm. Im Gegenteil, so ein bisschen Energie und Lebensfreude steckt jeden an, selbst einen - eher unterkühlt wirkenden - Cowboy.

Für alle, die tagtäglich ihre Mühe mit ihrem Gegenüber haben - ob im Büro oder zuhause - dem sei das folgende Buch empfohlen: “So bin ich eben!” Erkenne dich selbst und andere”, von zwei Trierer Psycho-Fachfrauen:  Stefanie Stahl und Melanie Alt. Dort kann man auch einen kleinen Persönlichkeitstest machen. Und vielleicht verstehen Sie bald besser ..



Viel zu selten dankbar

Mir wurde in meinem Leben einmal sehr schmerzhaft bewusst, dass wir alles jederzeit verlieren können. Sie können sich in dem einen Augenblick noch sicher fühlen und durch eine einzige Botschaft fällt das ganze Konstrukt wie ein Kartenhaus zusammen, je nachdem welche Karte man gezogen hat. Das war der Beginn meiner Entscheidung für Bewusstheit in meinem Leben. Das war die bewusste Entscheidung, unbewusst hat mich dieses Thema schon als Kind fasziniert. Ich bin wie ein Spürhund, der den Dingen auf den Grund gehen will. Warum fordern wir z.B. so viel von uns und unserer Umwelt? Warum sind wir eher unzufrieden, als zufrieden? Warum sagen wir so selten “Danke”?
Spätestens seit diesem einen bestimmten Tag habe ich gelernt dankbar zu sein. Dankbar für all die schönen Stunden, die ich bereits bisher mit meinen Liebsten erleben durfte. Wenn ich auch nicht immer einen konkreten Ansprechpartner vor mir stehen habe, dem ich meine Dankbarkeit zeigen oder sagen kann. Ich spreche sie meist direkt aus, das Universum (oder Gott) wird sie schon weiterleiten. “Ich habe viel, danke dafür!”



Alte Muster

Nicht nur in der Mode kommen alte Muster immer wieder zurück. Wenn wir etwas langfristig verändern wollen, dann gelingt uns das nur, wenn wir diese Veränderung auch wirklich wollen, wenn sie uns einen erkennbaren Nutzen bringt und/oder Spaß macht, ansonsten kehren wir nach einer Weile wieder zu unseren alten Verhaltensmustern zurück. Das ist mit Essgewohnheiten ebenso, wie mit anderen kleinen Schwächen, die uns Probleme machen. Ob uns etwas sinnvoll erscheint, beurteilen wir allerdings wiederum mit den uns bekannten, erlernten Mitteln und da wir auch so denken, wie wir immer dachten, kann sich nicht viel bewegen.

Ich habe mir z.B. vorgenommen, in Zukunft wieder mehr Sport zu treiben. Ich möchte es eigentlich nicht wirklich, aber es erscheint mir für meine Gesundheit und mein äußeres Erscheinungsbild wichtig. Dieses Wissen wiederum habe ich aus Büchern, Zeitschriften, den Medien und meiner Umwelt. In unserer Familie wurde so etwas kaum gelebt. Mein Vater war zwar seit ich denken kann Mitglied in einem Kegelclub, aber dabei war der sportliche Aspekt wohl eher nebensächlich. Meine Eltern sind für ihr Alter - Mutti wird heute 80 Jahre alt - sehr rüstig und gesund. Ihr Körpergewicht entspricht sicherlich dem bundesdeutschen Durchschnitt für Personen ihres Alters. Man kann also auch ohne Fitness- und Lauftreffs alt werden. Allerdings haben sie ihr ganzes, bisheriges Leben viel gearbeitet und waren schon dadurch ständig in Bewegung. Es liegt wohl eher an der Art der zu verrichtenden Arbeit, dass wir uns heute zusätzlich körperlich belasten müssen.

Wir treiben Sport, weil wir fit und gesund aussehen wollen und darüber auch erfolgreich nach außen wirken. Manche Menschen lieben Prestige-Sportarten, weil sie sich damit zu einer bestimmten Gruppe zugehörig fühlen oder nehmen wir die Extremler, die permanent ihre Grenzen ausloten müssen. Das alles hat nicht viel mit dem zu tun, was uns unser Arzt des Vertrauens raten würde. Aus gesundheitlicher Sicht braucht keiner von uns ein Abo in einem Fitnessclub.

Ich werde umdenken müssen, denn was mich damals u.a. motivierte, mich zweimal die Woche, eine Stunde am Stück zu quälen, ist heute nicht mehr von Bedeutung für mein Leben. Mit jedem Hanteldrücken hatte ich das Gefühl nicht nur physisch, sondern auch psychisch stärker zu werden. Heute fühle ich mich mental stark und die wenigen Grämmchen zu viel auf meinen Hüften, lassen meinen Body Mass Index immer noch im gesunden Bereich bleiben. Muskeln brauche ich nicht mehr zum Zeigen, sondern weil ich damit meinen Körper stütze. Woran ich mich aber gerne erinnere ist, dass es mir damals Spaß machte, in einer Gruppe, mit Musik, gemeinsam mit anderen, meinen Körper zu fordern. Schauen wir mal, ob dieses Motiv stark genug ist, mich heute vom Bildschirm weg zu locken .. ;-)