Gestern Nacht überkam mich eine Unruhe, die ich schon lange nicht mehr verspürte. Es ist dieses Unbehagen in der Magengrube, das immer vor größeren Veränderungen auftritt. Ich habe mich selbst damit beruhigt, dass alles in Ordnung ist. Dabei umgeben mich zurzeit unzählige Kartons mit Andenken an vergangene Zeiten. Es gibt kaum eine Schublade, noch Stapel, die ich nicht durchgesehen hätte. Jedes noch so kleine Teil habe ich gesichtet und auf die zukünftige Bedeutsamkeit für mein Leben hin untersucht. Es ist also noch nicht wirklich alles in Ordnung, wenn man Ordnung so definiert, dass die Dinge ihren Platz gefunden haben. Allerdings zeigt sich im Außen, was sich gerade im Inneren abspielt. Das Verlangen, sich nur noch auf das zu konzentrieren, das mir wichtig und wertvoll ist. Eine bewusste Auswahl zu treffen bedeutet eben auch, sich von Unwichtigem zu trennen - und das tue ich gerade. Dabei gibt es auch eine Kiste mit Gegenständen, bei denen ich mir noch nicht sicher bin, ob ich sie nicht doch brauche. Vielleicht kommen sie irgendwann noch einmal zum Einsatz. Doch wenn ich sie lieben würde - wie all die anderen Schätze, die mich umgeben - würde ich gar nicht lange darüber nachdenken und sie bei mir haben wollen.