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Januar 2010
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Archive für 27.1.2010

Viel Zeit für NICHTS

Bereits letztes Jahr im Frühjahr verließ ich die WKW-Plattform und kritisierte die Anonymität und den kaum vorhandenen Nutzen eines solchen Netzwerks für mein Leben: “Keine Bange, ich kenne Euch noch!”.  Trotzdem meldete ich mich nach einer Weile wieder an. Irgendwie hatte man das Gefühl mit anderen Menschen verbunden zu sein, auch wenn man alleine am Schreibtisch saß. Da ich ein neugieriger Mensch bin und die Flut an Informationen über Personen, die ich im wahren Leben nie getroffen hätte, mich immer wieder faszinierte, war Frau fast ständig online.

Allerdings unterschätzt man einen wichtigen Aspekt: Nähe wird zur Illusion! Man glaubt viele Freunde zu haben, man schreibt mit fremden Menschen über intime Dinge, man erzeugt ein künstliches Nähe-Empfinden, obwohl man im realen Leben nicht einmal wüsste, ob man den anderen mag, ihm nie gegenüber gestanden hat, noch weiß, wer er wirklich ist. Hinter einem Fake kann sich durchaus ein liebevoller Mensch verstecken, doch wenn man ihm näher kommt, scheitert das Konstrukt an der Realität, eben weil es nur ein Konstrukt ist. Ich halte es sogar für gefährlich, wenn man sich nur noch diesen Zombies aussetzt und es fällt immer schwerer, diese von anderen zu unterscheiden.

Wenn ich mir überlege wieviel Zeit ich in den letzten Monaten darauf verschwendet habe, hier und dort zu klicken, in fremde Welten hinein zu schauen, immer wieder der falschen Hoffnung zu unterliegen, Freunde oder sogar einen Partner zu finden. Im Gegensatz zu anderen Netzwerken, bekommt man bei WKW keine Benachrichtigung über eingegangene Nachrichten per Mail, d.h. man schaut ständig nach der Post. Das haben die Erfinder schon clever eingefädelt. Da lob ich mir den klassischen Chat per ICQ oder Yahoo und auch die stink normale, elektronische Mail. Freunde kennen meine Kontaktdaten und welche, die es werden wollen, sollten sich wenigstens die Mühe machen müssen, mich oder das Telefonbuch zu befragen.



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