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21.12.2009 von sabina voice.
Ein Freund von mir ließ mich einmal ein Windrad besteigen. Achtzig Meter hoch und gerade mal so weit wie ein alter Fahrstuhl. Ich war damals gut drauf und traute es mir zu, meine Höhenangst und das beklemmende Gefühl in engen Räumen zu überwinden und wagte es. Da kann eigentlich nicht viel passieren. In Inneren befindet sich eine Leiter, man wird angegurtet und muss sich lediglich mit dem Rücken etwas nach hinten fallen lassen, also nicht festklammern, damit man sich nach oben bewegen kann und die Sicherung nicht auslöst. Was sich da so einfach anhört, kann - für jemanden wie mich - eine riesige Hürde darstellen. Man sieht heute so viel im Fernsehen und wie andere Leute solche Sachen machen und es ist ja wirklich nichts so Besonderes, doch wenn einem dann nach zwanzig Metern die Knie schlottern, obwohl man konditionell in guter Verfassung ist, dann steigt nicht nur der Puls, sondern auch der Wunsch in einem auf, einfach wieder die Richtung zu wechseln und abzusteigen, für das man ja auch noch Kraft braucht Damals war ich nicht allein in dieser Röhre, ich hatte ja einen Begleiter, der unter mir mitkletterte. Er feuerte mich an, erklärte mir, dass es nicht die Angst sei, die meine Beine zittern lassen, sondern einfach die Tatsache, dass es eine ungewohnte Belastung sei und schon verstand ich seine Botschaft und schaffte es bis nach oben. Ich wurde nicht nur mit einem wunderbareren Ausblick für meine Mühe belohnt, sondern auch mit der Erkenntnis, dass es eine unrealistische Angst sein kann, die uns vor dem nächsten Schritt in die richtige Richtung abhält. Das Katastrophenszenario im Kopf will uns zwar schützen, doch wer kann schon mit Sicherheit vorhersagen, was ihn erwartet, bloß weil er mal gesehen, gelesen oder erlebt hat, wie jemand abstürzte? Dafür erkundigt man sich vorher ausgiebig, wie man sich schützen kann, spricht mit Experten und bereitet sich auf die Herausforderung gut vor. Ich würde auch heute nicht einfach irgendetwas riskieren, was mich unnötig in Gefahr bringt oder wobei ich mich schwer verletzen könnte, doch wenn die Angst uns nicht mehr schützt, sondern nur noch bremst, geht es eben auch nicht weiter.
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