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November 2009
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Archive für November 2009

Ich hab den schönsten Job der Welt

Eigentlich sind es ja sogar zwei und mehr. Alles, was ich tue, habe ich mir bewusst so gebaut oder ausgewählt. Meist hat es das, was ich wollte (noch) nicht in der Form gegeben und ich musste einige Hürden überwinden, meinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Oft waren es gerade die Rahmenbedingungen, die nicht stimmten. Wenn man innovativ sein will, passt man eben in keine Schublade, man liegt irgendwo dazwischen. So hatte ich in der Vergangenheit mit Ministerien zu tun, mit ganz viel Stirn-Runzeln bei Beratern und ungläubigen Blicken bei Kollegen. Als Betriebswirtin weiß ich sehr wohl, wie Wirtschaften geht und doch muss ich es so, wie es heutzutage überwiegend gelebt wird, nicht unbedingt gut finden. Ich gebe erst Geld aus, wenn ich welches habe und schreibe zwar kleine, aber schwarze(!) Zahlen. Mein vorrangiges Motiv ist nicht nur der Gewinn, sondern das Glück, das ich mit anderen an ihrem und meinem Erfolg habe. Wer kann das schon von sich und seiner Arbeit sagen? Ich brauche keinen Sportwagen vor der Tür und auch nicht das schmucke Haus in erstklassiger Lage oder die Geburtstagsfeier auf Mallorca. Mir schmeckt die Currywurst manchmal besser, als das Vier-Gänge-Menü, dafür liebe ich Champagner. Wenn ich mir vorstelle, wie viele Stunden ich für diesen Luxus arbeiten müsste, welcher Druck auf mir lasten würde, dann genieße ich meine kleine Welt noch viel mehr. Produktiv ist, wer etwas produziert und damit meine ich nicht die Nullen, die ein Minus davor stehen haben. Als kreativer Controller kann ich mir vorher ausrechnen, was ich wirklich brauche und sogar andere davon profitieren lassen, indem ich diese Menschen nicht von mir abhängig mache, sondern vermittle. Auf diese Art und Weise werden auch andere satt, ohne, dass ich den Chef mime. Ich lasse ihnen ihre Freiheit, Risiko gibt es überall. Nein, hier schreibt keine Millionärin, die es geschafft hat, sondern (nur) eine allein erziehende Mutter, die es geschafft hat, die Existenzgrundlage aufzubauen, die sie sich wünschte und das wäre für jeden machbar!



Ab morgen wird alles anders ..?

Wie oft nimmt man sich in diesem Leben etwas vor, das man so daher sagt und in dem Moment des Über-die-Lippen-Kommens schon fast wieder vergessen hat? Gute Vorsätze sind der Anfang und werden doch des Öfteren nicht umgesetzt. Warum sollte man auch gleich alles ändern wollen, wenn eigentlich nur eine Nuance zu verbessern wäre? Solche Radikalkuren haben noch selten gefruchtet und selbst wenn, dann fällt man irgendwann doch wieder in alte Muster zurück. Auch Veränderungen brauchen Übung und ständige Wiederholung. Neue Wege zu beschreiten, ist wie eine Schneise in einen Dschungel zu schlagen. Wenn man sie nicht immer wieder geht und kontinuierlich frei hält, dann wachsen sie schnell wieder zu, als hätte es sie nie gegeben. Morgen ist ein guter Tag für einen Neuanfang. Warum nicht heute? Weil es ein bisschen der Vorbereitung bedarf, sich den Weg für Neues frei zu machen. Bewusste, kleine Schritte sind effektiver und ein erreichbares Ziel viel motivierender, als aus sich einen ganz neuen Menschen machen zu wollen. Ab morgen werde ich etwas Bestimmtes anders ..



“Hallo Körper..?”

Es klingt vielleicht ein bisschen sonderbar, doch es könnte mit eine Ursache dafür darstellen, dass sich Menschen mit viel Freizeit entweder sehr häufig glücklich oder total unglücklich fühlen. Es hat mit Selbst-Wahrnehmung zu tun, mit der bewussten Aufmerksamkeit für unsere Körpersignale. Wann haben Sie sich das letzte Mal gespürt? Wann haben Sie sich die Zeit genommen, in sich hinein zu lauschen. “Wie geht es?”, ist eine Frage, die wir eher anderen stellen würden, als uns selbst, denn wir glauben selbstverständlich die Antwort zu kennen. Doch wer täglich einfach nur “funktioniert”, von einem Termin zum nächsten rast, kaum mehr Zeit für Muße hat und darüber hinaus auch kaum enge Bindungen, der erfährt es irgendwann am eigenen Leib, was es heißt, nicht “gehört” zu haben. Ihr Körper spricht eigentlich eine eindeutige Sprache: Er findet manche Dinge - wörtlich genommen - “zum Kotzen” oder hat die “Nase voll”, es bedrückt ihn etwas oder er wehrt sich gegen äußere Einflüsse, die ihm nicht gut tun. Das Gespür für sich selbst, scheint der modernen Gesellschaft langsam abhanden zu kommen. Alles um uns herum ist laut, lauter, schrill, schriller, aufdringlich.

Sie müssen nicht gleich zum meditierenden Mönch werden, um inne zu halten. Es bedarf auch keiner Wunderkerzen, Räucherstäbchen oder Guru-Bücher. Seine Sinne zu schärfen, kann man lernen. Kleine Kinder lässt man mit nackten Füßen über Blätter und Korken gehen, lässt sie erfahren, wie es kitzelt, wenn man ihnen eine Feder um die Nase streicht und was erfahren wir noch als Erwachsene? Wir glauben alles zu wissen und zu kennen und nehmen uns damit die große Chance des Erlebens. Wir suchen den großen “Kick”, weil wir nicht einmal mehr im Stande sind, die kleinen Empfindungen zu genießen. Lassen Sie sich doch wieder einmal genüsslich von Ihrem Partner streicheln oder gönnen Sie sich besonders kuschelige Wäsche. Schließen Sie Ihre Augen und nehmen so, alles um Sie herum, viel bewusster wahr. Schalten Sie das Radio aus und lauschen Sie in sich hinein ..



Anders Werben: Eine Botschaft für einen Freund

Für ein Produkt oder eine Dienstleistung werben, ist nicht viel Anderes, als mit guten Freunden kommunizieren. Freunde, die sie vielleicht noch nicht als solche gewonnen haben, die es aber werden sollen. Gute Freunde ruft man ab und zu an und fragt sie nach ihrem Befinden, erzählt dann ein bisschen von sich und bespricht was gerade wichtig ist. Es ist auf jeden Fall keine Einbahnstraße, sondern ein Senden und Empfangen!

Klassische Werbung ist in der Regel einseitige Kommunikation. Ein Feedback ist auch gar nicht erwünscht, denn wer sollte sich auch darum kümmern? Mich wundert es nicht, dass es kaum noch Menschen gibt, die Lust auf eine Befragung haben. Wenn man als Ge- oder Verbraucher nur dazu da sein soll, dem anderen einen Nutzen zu stiften, dann fragt man sich schon, warum man das tun sollte. Schließlich hat es auch keinen zuvor interessiert, ob man sich von der Newsletterflut im E-Mail Postfach gestört gefühlt hat oder die Flyer gut fand, die den Briefkasten zumüllten. Machen Sie sich einen Plan, wann Sie mal wieder Ihre Freund XY anrufen sollen? Schicken Sie ihm regelmäßig eine Mail oder Karte oder eben nur dann, wenn es auch einen konkreten Anlass dazu gibt? Genauso könnte auch kommerzielle Werbung sein: Eine Botschaft für einen Freund: einfühlsam, wertschätzend, angemessen und am Gegenüber interessiert! Damit meine ich nicht das Interesse an ihm als Konsument, sondern eine aufrichtige Neugierde für seine Person, seine Meinung, seine Einstellung, seine Gefühle.

Diese Auffassung von Werbung erfordert selbstverständlich auch eine Anpassung des Werbens. In der heutigen Zeit wachsen auch die Möglichkeiten dazu, was eine große Chance für Veränderung ist. Es werden sich meiner Meinung nach langfristig nur diejenigen Unternehmer am Markt halten können, die diese Zeichen frühzeitig sehen und umsetzen, denn Aufmerksamkeit erreicht man nur dadurch, indem man sich von anderen positiv abhebt!

Leben und leben lassen

Warum machen sich manche Menschen ihr Leben und das anderer mehr als schwer um einen Machtkampf zu führen? Ich werde es nie so richtig verstehen. Haben sie nichts anderes zu tun? Was haben sie von ihrem Gewinn? Kann man sich daran wirklich langfristig ergötzen? Ob sie sich jemals gefragt haben, warum sie etwas Bestimmtes stört? Die Aktenberge bei Gericht wachsen Tag für Tag wegen Lappalien. Der öffentliche Kampf lässt einen ganzen Wirtschaftszweig überleben.  Ich kann diese Schadenfreude nicht nachvollziehen, die es denjenigen bereiten muss, andere anzugreifen. Es hat nicht viel mit Gerechtigkeitssinn zu tun, wenn man wegen einigen, herunter gefallenen Blättern vor Gericht zieht oder den gut gelaunten Nachbarn nicht auch mal feiern lassen kann. Wie wäre es umgekehrt? Wie weit darf oder sollte Rücksicht gehen? Und selbst wenn der Baum gefällt und das Haus mumienstill, wären diese Leute dann zufrieden? Die Antwort kennen Sie ..



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