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Archive für 14.8.2009

Gedanken

Irgendwann machte mich jemand darauf aufmerksam, dass ich ständig am Denken sei. Nachts verarbeite ich die tagsüber gesammelten Informationen. Wenn man mich um drei Uhr wecken würde, erhielte man den genauen Lagebericht, nicht etwa eine wütende Bemerkung. Morgens stehe ich dann mit einem Impuls auf, etwas Bestimmtes zu tun. Dieses ständige Denken ist nicht immer ein bewusster Prozess. Manchmal sind es  nur Gedankenblitze, die kommen und gehen, wie sie wollen. Später lernte ich, dass man auch diesen Einfällen keinen Zutritt gewähren muss, dass man auch darüber frei entscheiden kann, WAS man denkt!

Nehmen wir einmal ein konkretes Beispiel:  Sie haben bei der Arbeit einen Fehler entdeckt und denken sofort, dass das nur Ihr Kollege verbockt haben kann. Ihr  erster Gedanke ist also, dass SIE es NICHT waren, sondern ein anderer. Jetzt suchen Sie nach Beweisen, weil Sie denken, dass es welche geben muss und man damit in der Regel besser belegen kann, dass man eben NICHT SELBST versagt hat. Zu versagen - denken Sie - ist die schlimmste Schande, die jemandem widerfahren kann. Sie gehen also zum Chef und verkünden stolz Ihren Fund. Sie tun es, weil Sie wirklich davon überzeugt sind, dass Sie etwas Gutes für die Firma tun. Die Reaktionen der Leitung sind wie von Ihnen erwartet. Am nächsten Tag bemerken Sie jedoch, dass SIE etwas übersehen hatten ..

Wie wäre es nun besser gelaufen? Wenn etwas nicht so läuft, wie es laufen soll, gibt es dafür immer einen Grund! Es hilft wenig, wenn Sie nur nach dem Schuldigen suchen. Es ist allerdings schon wichtig zu wissen, wer oder was gerade quer steht! Sie hätten diesen Fehler zur Kenntnis nehmen  und Ursachenforschung betreiben können, weil Sie denken, dass das in der Regel zur Lösung eines Problems beiträgt. Vielleicht wären Sie zuerst auch davon ausgegangen, dass es nur Ihr Kollege gewesen sein kann und hätten ihn freundlich darauf angesprochen.  Dann hätten Sie sicher relativ zügig erkannt, dass es gar nicht SEIN Fehler war  und wären damit dem wahren Grund näher gekommen. Vielleicht hätten Sie dann dabei eingesehen, dass SIE Arbeiten anders ver- und einteilen sollten ..

Vielleicht hätten Sie auch gedacht, dass Sie das nichts angeht und es nicht IHR Problem ist oder Sie hätten diesen Einfall, dass es Ihr Tischnachbar sein könnte, erst einmal verdrängt. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, wie es Menschen mit ihrer spezifischen Art zu Denken gibt. Wie auch immer SIE nun darüber denken, bedenken Sie die Folgen! Das, was SIE annehmen ist nicht zwingend DIE Wahrheit und das, was SIE denken vielleicht einfach nur das Resultat Ihrer Erziehung, der Meinung anderer? Warum entscheiden Sie sich nicht einfach dafür, das zu denken, was SIE denken wollen? 



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